Drei Feuer in der Nacht: Retter im Dauereinsatz - Verdacht auf Brandstiftung

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Leiter Digitalredaktion

UPDATE: Nach SZ-Informationen beginnt am Sonntagnachmittag die Bergung der verbrannten Fahrzeuge aus dem Parkhaus am See. Unklar ist, welche und wie viele Autos geborgen werden und was mit unbeschädigten Fahrzeugen passiert.

+++ Polizei fasst mutmaßlichen Brandstifter +++

In der Tiefgarage Parkhaus am See in Friedrichshafen ist am Sonntagmorgen gegen 5.20 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Laut Meldung der Polizei sind mehrere Fahrzeuge betroffen. Etwa zur gleichen Zeit kam es zu einem weiteren Brandausbruch, bei dem ein Ladengeschäft in der Karlstraße ausbrannte. Zuvor brannte es auch noch am Stadtbahnhof.

Die Ursache des Feuers im Bereich der Karlstraße war zunächst unklar. Ein Sprecher der Polizei bestätigte auf Anfrage von Schwäbische.de allerdings, dass bei diesen Bränden mittlerweile Verdacht auf Brandstiftung bestehe. Ob das auch für das Feuer im Bahnhofsbereich (siehe unten) gilt, ist unklar. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Friedrichshafen zu den Brandursachen dauern an.

Dieses Geschäft wurde völlig zerstört. (Foto: Feuerwehr Friedrichshafen)

Das Laden- und Wohngebäude wurde teilweise evakuiert. Außerdem wurden offenbar vier Personen wegen möglicher Rauchvergiftung behandelt. Das Gebäude ist jetzt gesperrt und ist vorerst nicht bewohnbar.

Feuerwehrmann verletzt

In der Tiefgarage sind sechs Fahrzeuge auf drei Ebenen komplett ausgebrannt. Aufgrund der starken Verrauchung mussten die Einsatzkräfte mit Atemschutz in die Tiefgarage einrücken. Während des Einsatzes musste ein Feuerwehrmann wegen Kreislaufproblemen ärztlich behandelt werden.

Die Brandbekämpfung in der Tiefgarage konnte gegen 7 Uhr morgens beendet werden, danach wurde mit der Entlüftung der Tiefgarage begonnen. Die Tiefgarage wurde vorerst komplett gesperrt.

Fahrzeughalter, die ihren Pkw in der Tiefgarage Parkhaus am See stehen haben, können sich an das Stadtwerk am See wenden, Telefon 0175 2955221.

Die Freiwillige Feuerwehr Friedrichshafen mit der Unterstützung der Wehren von Eriskrich und Immenstaad waren mit insgesamt 90 Einsatzkräften vor Ort und konnten die Brände rasch unter Kontrolle bringen. Außerdem waren rund 50 Kräfte der Sanitäts- und Rettungsdienste sowie Einsatzkräfte der Kriminalpolizei und des Polizeireviers Friedrichshafen vor Ort.

Wegen der unmittelbaren Nähe der beiden Einsatzorte wurde die Innenstadt laut Feuerwehr in diesem Bereich für den Lieferverkehr und Durchgang zunächst komplett gesperrt.

Scheibe von Waffenladen im Visier?

Laut SZ-Informationen gab es kurz vor dem Feuer einen Verdächtigen in der Innenstadt, der versucht hatte, die Scheibe eines Waffenladens in der Schanzstraße einzuwerfen. Mehrmals warf er den Kübel gegen das Glas - allerdings erfolglos. Es ist zur Stunde völlig unklar, ob dieser Vorfall mit dem Feuer zusammenhängt oder davon völlig unabhängig ist.

Eine knappe Stunde später waren Feuerwehr, Polizei, DRK und Johanniter rund um das Antoniuseck im Einsatz. 

Feuerwehrleute waren mit Atemschutz vor Ort, außerdem waren vier Krankenwagen angerückt.

Zeugen gesucht

Personen, die gegen 5.00 Uhr Verdächtiges in der Karlstraße beobachtet haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden dringend gebeten, sich mit dem Polizeirevier Friedrichshafen, Telefon 07541/701-0, in Verbindung zu setzen.

Brand am Stadtbahnhof, Altenheim evakuiert

Noch früher in der selben Nacht ging bei der Feuerwehr auch die Alarmierung zu einem Brand eines Bahn-Lagergebäudes beim Stadtbahnhof ein. Dort waren ab Mitternacht 70 Feuerwehrkräfte mit 15 Fahrzeugen der Abteilungen Friedrichshafen, Fischbach, Ailingen und Raderach im Einsatz.

Aufgrund der starken Verrauchung musste das Franziskuszentrum in der Nacht entraucht und belüftet werden. Es gab keine Verletzten. Gegen 4.30 Uhr konnte die Feuerwehr abrücken.

Zur Stunde bleibt absolut offen, ob oder in welchem Maß die drei Feuer und der Vorfall am Waffenladen zueinander in Beziehung stehen.

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