Die VfB-Boxmannschaft bei der Siegerehrung. Max Lehn (im roten Trikot) freut sich über den Titel.
Die VfB-Boxmannschaft bei der Siegerehrung. Max Lehn (im roten Trikot) freut sich über den Titel. (Foto: ded)
Schwäbische Zeitung
Jochen Dedeleit

Mittelgewichtler Arion Dautaj vom Boxteam Langenargen sowie die Bantamgewichtler Max Lehn und Paul Ebert vom VfB Friedrichshafen sind als Meister von den in Ruit stattgefundenen Baden-Württembergischen A-, B- und C-Nachwuchsmeisterschaften zurückgekehrt. Halbfliege Denis Prijachkine und Ramon Bruhn-Furtado im Halbwelter unterlagen ebenso wie die Langenargener Federgewichtlerin Jacqueline Brugger. Beide wurden Vizemeister, da sie ihren einzigen Auftritt im Finale hatten. Der erfahrene Secho Ayküz (Boxteam) fand keinen Gegner vor, absolvierte jedoch drei Sparringskämpfe.

Dass es für Arion Dautaj nach zwei C-Landesmeisterschaften nun für die erste B-Meisterschaft (bis 13 Siege) reichte, ist zu einem großen Teil seinem Coach Valeri Quade zu verdanken. Der Ex-Profiboxer ist eher ein Trainer der alten Schule. Die Option, das Handtuch zu werfen, kommt dem ehemaligen DM-Dritten nicht als erstes in den Sinn. „Arions Führhand wurde in Mitleidenschaft gezogen. Da habe ich ihm gesagt, nimm die rechte Hand und bearbeite deinen Gegner so lange es geht“, so Quade über sein eigentlich simples Erfolgsrezept.

Dautaj (17) habe den Kampf gegen Burim Zekjiri (Spaichingen) dank seiner größeren Reichweite gewonnen. Wie schon bei seinem schmeichelhaften Sieg beim Bodensee-Cup, musste er einiges wegstecken.

Knappe Angelegenheit

Jacqueline Brugger hätte ihrer Gegnerin „wehtun sollen“, so Quades Wunsch im Vorfeld. Allerdings wurde die 18-Jährige schon zu Beginn der ersten Runde angezählt, was dem ganzen Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. „Ich habe die Szene auf Video noch einmal angeschaut. Der Ringrichter hätte sie nicht anzählen müssen. Das war kein Wirkungstreffer“, behauptete Quade hinterher. Brugger agierte daraufhin zu nervös, konnte laut dem Langenargener Trainer aber die zweite Runde für sich entscheiden. Die dritte sei eine knappe Angelegenheit gewesen – wie auch das Gesamtergebnis gegen Sibel Darwesh (KSA Bars), gegen die Brugger schon ihren ersten Kampf verloren hatte.

Bei den Boxkämpfern des VfB Friedrichshafen mussten auch Ramon Bruhn-Furtado (17) gegen Richard Schäfer (SV Heilbronn, erfolgreichster Verein in Ruit) und etwas überraschend Denis Prijachkine (16) gegen Francesco Messineo (Pugilist Boxing Gym) Niederlagen einstecken. „Denis trat erst souverän auf, hat dann aber den einen oder anderen Schlag kassiert und verlor seine Linie. Somit musste er die zweite und dritte Runde abgeben und die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. „Er hätte seinen Gegner schlagen können“, meinte VfB-Coach Reinhard Erne. Auch Furtado, dessen Onkel Tito dem Trainerstab des VfB wieder angehört, hätte nicht als Verlierer den Ring verlassen müssen.

Grund zur Freude hatten er und Trainer Andy Zink vom Häfler Stützpunkt Nord sowie VfB-Abteilungsleiter Klaus Kaibach, der in erster Linie als Kampfrichterobmann des BVBW fungierte, mit den Kämpfen von Max Lehn (16) gegen Spendi Ramadani (Giengen) und Paul Ebert (14) gegen Muhammad Ali Ajami (Mühlheim). „Max wehrte zum Schluss sämtliche Angriffe seines Gegners ab“, fasste Reinhard Erne den Kampf Lehns, der ihm den dritten Titel einbrachte, zusammen. Und auch Paul Ebert gab eine weitere Talentprobe ab. Flink, schlagstark und schon technisch überaus versiert habe der 14-Jährige sämtliche Runden für sich entscheiden können.

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