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Kieler Woche

Diesch/Autenrieth segeln auf Rang vier

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Kiel: Die Fehler summieren sich - Philipp Autenrieth verletzt sich an der Schulter
Veröffentlicht:26.06.2017, 18:14

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Auf Rang vier gesegelt sind Simon Diesch (Württembergischer Yacht-Club) und Philipp Autenrieth (Bayerischer YC) bei der Kieler Woche im 470er. Als Dritte unter insgesamt 27 Herren-Teams war das Duo im abschließenden, doppelt zählenden Medal Race der besten zehn Mannschaften gestartet. Fast alles wäre da noch möglich gewesen. Doch nach einem guten Start rutschte das Team immer weiter nach hinten – und kam nur an achter Stelle ins Ziel. Damit war Bronze weg, Diesch/Autenrieth haben die Kieler Woche auf Rang vier beendet.

„Wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden“, betonte Simon Diesch – „bis auf die letzten zehn Minuten“. Bei Traumwetter hatte die Kieler Woche begonnen. Ein paar Tage Training vor dem Start der olympischen Klassen absolvierten Diesch/Autenrieth auf der Kieler Förde. Mit den Plätzen sieben und vier waren sie bei leichtem Wind schon einmal gut in die Regatta gekommen. Tags darauf war das Zeitfenster für eine ordentliche Wettfahrt zwischen zwei Gewitterfronten zu kurz. Damit war das schöne und warme Wetter in Kiel vorbei. „Die nächsten drei Tage zeigte sich Kiel von der üblichen Seite: Regen, Wind und kalt“, sagte Vorschoter Philipp Autenrieth. Bei böigem Starkwind segelten Diesch/Autenrieth zunächst zwei dritte Plätze. Im dritten Rennen des Tages kenterte das Team an der Leetonne. Simon Diesch wollte die riskantere Variante des Runden der Boje wagen, wurde bei der Halse aber vom Großbaum am Kopf getroffen und aus dem Boot geschleudert. Der 470er kenterte und Philipp Autenrieth verletzte sich dabei an der Schulter. Das Rennen war für sie zu Ende.

Ob er überhaupt segeln konnte, wusste Autenrieth am nächsten Morgen noch gar nicht. „Wir probieren es“, hatte er zu seinem Steuermann gesagt. Das Resultat am Abend: Mit den Plätzen sechs, vier und eins (unmittelbar vor dem Silbermedaillengewinner von Rio) verbesserten sie sich sogar wieder auf Rang drei in der Gesamtwertung.

Wichtiges Manöver läuft nicht gut

Im Medal-Race am Sonntag aber behinderte die Schulterverletzung dann doch. Ein wichtiges Manöver, das Bergen des Spinnakers, nach halber Renndistanz lief nicht so gut und schnell wie gewohnt – das Team war aus dem Rhythmus. „Wir haben nach dem chaotischen Einpackmanöver nicht mehr reingefunden, haben die Böen und Dreher nicht mehr richtig mitgenommen. Die Fehler haben sich summiert, Hektik ist ausgebrochen“, analysierte Simon Diesch.

Mit Platz acht im Medal Race war der Traum vom Podium ausgeträumt. Doch Rang vier insgesamt ist besser als vorher erwartet. Einmal mehr gewonnen hat die Kieler Woche im 470er der Australier Mathew Belcher mit Vorschoter Will Ryan, die Silbermedaillengewinner von Rio. Mit großem Abstand Zweite wurden die Russen Pavel Sozykin und Denis Gribanov aus Sotchi.

Mit Platz drei im Medal Race schnappten die Japaner Daichi Takayama/Kimihiko Imamura dem deutschen Team doch noch Bronze weg. Bei den Damen holten Frederike Loewe und Anna Markfort (VSaW Berlin) den einzigen deutschen Kieler-Woche-Sieg in den olympischen Klassen.

„Wir hatten eine gute Geschwindigkeit“, bilanziert Simon Diesch – und das bei leichtem wie starkem Wind. „Wie wir zusammen agieren, verbessert sich immer mehr. Wir schließen Kiel mit einem positiven Fazit ab“, so der 22-jährige Student vom WYC, der die olympischen Spiele 2020 in Tokyo anvisiert. Eine Woche haben die beiden Segler Pause, dann geht es nach Griechenland. Vor Thessaloniki wird die Weltmeisterschaft im 470er gesegelt.