„Die Vielfalt dieses Sports ist reizvoll“

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Spielen im TSCF Unterwasserrugby: die Teammitglieder um Irmgard Eberhardt (vorne, Mitte). (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Unterwasserrugby gehört nicht gerade zu den Trendsportarten im Lande. Dennoch blickt der Tauchsportclub Friedrichshafen (TSCF) hier auf eine mittlerweile fast 30-jährige Tradition zurück. Mit Konstanz bildet der TSCF seit Längerem die Spielgemeinschaft „UWR Bodensee“. Talente wie Sven Rauch aus Meckenbeuren sind aus der Trainingsarbeit hervorgegangen und waren wiederholt auf Sichtungslehrgängen für den nationalen Jugendkader. SZ-Redakteur Peter Schlefsky hat sich mit Irmgard Eberhardt unterhalten.

Wie sind Sie zum Unterwasserrugby gekommen?

Unterwasserrugby ist eine Sparte innerhalb des TCSF-Vereins. Dort werden die meisten Interessierten Mitglied, um zunächst das Tauchen zu erlernen und nach abgelegter Prüfung auch mal etwas anderes trainieren möchte. Nachdem ich 1983/84 beim DUC Goch in Nordrhein-Westfalen mit dem Tauchsport und mit Unterwasserrugby angefangen hatte, bin ich seit 1986 in der Liga als Spielerin gemeldet. 1988 bin ich an den Bodensee gekommen und Mitglied im TCSF geworden, da dieser Unterwasserrugby angeboten hatte. Damals bildeten wir eine starke Mannschaft mit rund 25 Aktiven.

Seit wann arbeitet der TCSF beim Unterwasserrugby eng mit Konstanz zusammen?

Die Kooperation mit Konstanz begann im Jahr 2004, die Trainingsarbeit lag damals darnieder. Maßgeblich hierfür war das Engagement von Harald Ilg, der damals als Student sehr aktiv im TCSF war. Zuvor war Friedrichshafen eigenständig.

Wer hat Unterwasserrugby in Friedrichshafen erstmals als Sportart ins Leben gerufen? Welche Person gibt es hier hervorzuheben?

Zur Gründergeneration zählen Harry Flues und Walter Schwiefart, die den Sport bereits in den 1970er-Jahren aufbauten. 1972 verzeichnet die Vereinschronik die erste Turnierteilnahme.

Was ist für Sie so faszinierend an Unterwasserrugby?

Die Vielfalt dieses Sports ist reizvoll, das Agieren mit dem Ball im dreidimensionalen Raum unter Wasser. Es geht dabei nicht so körperbetont zu, wie man sich das vom Rugby auf dem Rasen vorstellt. Unterwasserrugby ist ein sehr fairer Sport. Und Frauen können in den gemischten Teams mit den männlichen Kollegen recht gut mithalten.

Welche Voraussetzungen sollte man für diesen Sport mitbringen?

Entscheidend ist, unter Wasser keine Angst zu haben und schwimmen zu können. Das Weitere, also die Übersicht unter Wasser, das Ballgefühl und die Kondition, bekommt man im Training und durch die Teilnahme an Spielen. Daneben kann man sich mit Joggen und Fahrradfahren fürs Training fithalten.

Wie verbreitet ist Unterwasserrugby?

Mehr, als man gemeinhin denkt. Im Ligabetrieb spielen Mannschaften auf Bezirks- und Landesebene mit Aufstiegsmöglichkeiten in die 2. und 1. Bundesliga. International gibt es Europa- und Weltmeisterschaften, dazu kommen Hochschulmeisterschaften. Und es gibt sogar eine reine Damen-Liga. Außerdem existieren viele Hobbymannschaften, die nicht in einer Liga spielen.

Wie läuft ein Unterwasserrugbyspiel ab?

Für jedes Team sind sechs Personen im Wasser, die mit Tauchmaske, Schnorchel und Flossen ausgestattet sind. Pro Mannschaft gibt es bis zu sechs Auswechselspieler, durchgewechselt werden kann jederzeit. Der mit Salzwasser gefüllte Ball muss in den gegnerischen Korb, der in 3,80 Metern Tiefe angebracht ist, befördert werden. Die Mitspieler versuchen dabei, den Ball durch Pässe zuzuspielen, pro Team gibt es einen Torwart. Die Spieldauer beträgt zweimal 15 Minuten. Zwei Schiedsrichter unter Wasser sorgen für den korrekten Ablauf der Partie.

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