Die unendliche Geschichte der fehlenden Hallen und maroden Schulen

 Mit diesem Provisorium, das 2023 kommen soll, müssen sie sich tatsächlich vertragen.
Mit diesem Provisorium, das 2023 kommen soll, müssen sie sich tatsächlich vertragen. (Foto: Grafik: Stopper)
Schwäbische.de

Eine bewegte Woche liegt hinter uns. Da soll eine Traglufthalle kommen, die aber den Volleyballern nicht hilft. Sie soll in erster Linie für die Schulen da sein. Und eine Schule hat besondere Sorgen. Sie platzt nicht nur aus allen Nähten, sondern muss neu gebaut werden. Der Standort ist umstritten. Und dann wäre da noch die Friedrichstraße.

Warum hat Friedrichshafen so wenig Hallenflächen, dass sie nicht für den Pflichtunterricht der Schulen ausreichen? Diese Frage sollte am Beginn der Diskussion über neue Projekte wie der Realisierung einer Traglufthalle erst einmal beantwortet werden. Auch wenn der Ausfall der ZF-Arena für alle überraschend kam, muss hier doch in der Planung der Schulinfrastruktur etwas gehörig schief gelaufen sein.

Dass die Stadt jetzt (wenigstens) möglichst schnell Abhilfe schaffen will, ist zu loben. Die Traglufthalle auf dem VfB-Gelände kann immerhin in etwas mehr als einem Jahr aufgestellt werden. 2,7 Millionen Euro für eine Übergangslösung sind aber kein Pappenstiel. Mit einer langfristigen, vorausschauenden Planung hätte man sich das Geld wohl sparen können und gleich in eine richtige Schulturnhalle investieren können.

Das Thema Schule ist eindeutig das Pflichtprogramm für die Stadtverwaltung. Gleiches gilt aber nicht für das Thema VfB-Volleyball. Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, Profisport zu unterstützen. Rufe aus dem Volleyballlager, dass beim Thema Traglufthalle das Hallenproblem der Profis nicht mitgedacht wird, sind deshalb völlig unberechtigt.

Die VfB-Volleyballer haben in den vergangenen Jahrzehnten viel für Friedrichshafen getan. Haben die Stadt mit Spitzenleistungen in Deutschland und Europa vertreten und bekannt gemacht. Die Stadt wäre also sehr gut beraten, auch hier alles zu tun, um eine schnelle Lösung für das leidige Hallen-Dilemma zu finden. Das letzte „Heimspiel“ der Saison in Neu-Ulm vor 2400 Zuschauern hat gezeigt, welche Faszination der Volleyballsport auf die Menschen ausübt und dass die Häfler hinter dem VfB stehen. Damit die Sache weiterläuft, sind aber mehr die Sponsoren gefragt als die Stadt. Ein Zuschuss von knapp 1,5 Millionen Euro für die zwei vergangenen Spielzeiten kann angesichts knapper Kassen nicht zur Regel werden.

Doch mal zurück zu den Schulen: Trotz vorliegender Machbarkeitsstudie, dass die Albert-Merglen-Schule am jetzigen Standort gebaut werden kann, rollt die Verwaltung immer noch den Plan des Neubaus auf der grünen Wiese aus? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Haben die Verantwortlichen während der Debatten um den Klimaschutz mit dem Handy gespielt? Die Stadt sieht sich nicht im Stande, die nötigen Verhandlungen mit RRPS zu führen, damit der MTU-Parkplatz als Containerstandort genutzt werden kann? Ist das jetzt ein Armutszeugnis oder ein billiges Argument? Die Spießgesellen verstehen das nicht ganz.

Was wir aber verstehen, ist die Neugestaltung der Friedrichstraße. Das wird zwar nur ein Provisorium, könnte aber richtungsweisend werden. Für den ein oder anderen kommt das allerdings zu spät, wie so vieles in dieser Stadt.

Einen wunderbaren 1. Mai wünschen die Spießgesellen

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