Dominik Zehle stellt im ehemaligen Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße aus. „Ein Griff aus dem Topf“, sagt er selbst dazu.
Dominik Zehle stellt im ehemaligen Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße aus. „Ein Griff aus dem Topf“, sagt er selbst dazu. (Foto: Ralf Schäfer)
Schwäbische Zeitung

Dominik Zehle stellt aus. Er hat so etwas wie eine Werkschau im ehemaligen Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße 58 aufgebaut, die sonntags von 16 bis 17 Uhr geöffnet ist. Wenn jemand zu anderer Zeit kommen will, muss der Künstler angerufen werden, er wird dann zur Ausstellung kommen und sie öffnen.

Dominik Zehle zeigt Arbeiten aus verschiedenen Jahren, aus verschiedenen Arbeitsphasen und mit unterschiedlicher Technik. Das tut dieser höchst sehenswerten Ausstellung jedoch keinen Abbruch. Er ist als Maler, Bildhauer und Fotograf unterwegs, hat die Arbeiten als „Griff aus dem Topf“ zusammengestellt, und doch durchzieht die Bilderschau ein roter Faden.

Die Bilder erzählen oder initiieren Erzählungen und Geschichten im Kopf des Betrachters. „Immer, wenn Schrift in Bildern zu sehen ist, geht es um das Ende einer Beziehung“, sagt er und offenbart ein Stück seiner selbst – nicht narzistisch, sondern eher reflektierend und analytisch. Dominik Zehle beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen, zeigt Arbeiten, die teils plakativ den digitalen Kommunikationswahn zum Inhalt haben oder die fein und in vielen Schichten ihre Eindrücke tiefgründig hinterlassen.

Der Künstler zeigt auch seine eigenen Schichten, seine Seh- und Sichtweisen auf seine Umgebung und verlagert mit dieser Ausstellung eine Kunstaktion in ein Abrissgebäude, das damit vor seinem Ende noch einen Zweck erfüllt.

Modellcharakter vor dem Abriss

„Harald Ostermann macht das genau richtig, wenn er der Kunst dieses Gebäude vor seinem Abriss noch einmal zur Verfügung stellt“, sagt Zehle.

Das sei auch für andere Objekte, die in dieser Stadt ihrem Ende zugehen, eine sinnvolle und mögliche Verwendungsart, bevor die Bagger kämen. Man könne damit „Friedrichshafen ein bisschen mehr zum Leben erwecken. Das tun wir schon seit 20 Jahren, funktioniert halt nicht“, schiebt er grinsend nach.

Die Ausstellung funktioniert. Hier ist ein Querschnitt von frühen bis ganz aktuellen und neuen Arbeiten zu sehen, die zuvor noch nirgendwo ausgestellt waren.

Die kargen Öffnungszeiten nur sonntags, von 16 bis 17 Uhr, relativiert Zehle. „Wer die Ausstellung sehen will, muss mich anrufen, ich komme dann und mache auf“, sagt er und gibt auch gleich seine Handy-Nummer an, unter der er dann erreichbar ist: 0176 / 99512366.

Zur Finissage lädt er am Sonntag, 20. November, ebenfalls von 16 bis 17 Uhr ein. Dann gibt es auch Kaffee und Kuchen zu Dominik Zehles Bildern und Skulpturen.

Finissage am Sonntag, 20. November, 16 bis 17 Uhr, im Ex-Opel-Autohaus auf der Paulinenstraße 58 mit Kaffee und Kuchen.

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