Jürgen Bleibler hängt die Modelle im Schaukasten auf.
Jürgen Bleibler hängt die Modelle im Schaukasten auf. (Foto: Zeppelin-Museum)
Schwäbische Zeitung

Die Modellsammlung des Zeppelin-Museums Modellsammlung zur Luftfahrtgeschichte ist komplett. Nach dem plötzlichen Tod des Modellbauers Andreas Horn haben die letzten beiden Luftschiffe SL1 und ein Parseval-Prallluftschiff sowie die Geschichte der Konkurrenten des Zeppelins ihren Weg in das Häfler Museum gefunden.

Das erste Schütte-Lanz-Luftschiff SL 1 von 1911 ergänzt das bereits vorhandene Modell des SL 20 von 1917. Seit Dienstag hängt es nun in bester Gesellschaft in einer Vitrine zur Luftschifffahrt im Zeppelin-Museum. Mit diesen beiden Modellen wird der Luftfahrzeugbau Schütte-Lanz als bis Ende des Ersten Weltkriegs einziger wirklicher Konkurrent von Zeppelin angemessen gewürdigt.

Auch ein Prallluftschiff August von Parsevals gab es bisher nicht in der Sammlung des Zeppelin-Museums und konnte gestern laut Pressemitteilung des Ausstellungshauses ebenfalls im Museum aufgehängt werden. So ist die Konkurrenz der Zeppeline in der Geschichte der Luftschifffahrt komplett.

Wichtige Lücken sind jetzt geschlossen

Die beiden neuen Modelle gehen noch auf Aufträge zurück, die das Zeppelin-Museum vor einigen Jahren bei dem inzwischen verstorbenen Modellbauer Andreas Horn in Basel in Auftrag gab. Sie schließen wichtige Lücken in der weltweit einzigartigen Modellsammlung des Zeppelin-Museums im Maßstab 1:66 2/3, die die Zeit von 1783 bis in die Gegenwart abdeckt. Henry Wydler, langjähriger Vizedirektor des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern, stellte den SL 1 dann fertig.

Die 1909 gegründete Schütte-Lanz Luftfahrzeugbau GmbH in Rheinau bei Mannheim war bis 1918 der einzige echte Konkurrent der Luftschiffbau Zeppelin GmbH im Bau von Starrluftschiffen. Der Schiffbauingenieur Johann Schütte und der Landmaschinenfabrikant Karl Lanz wurden bei der Gründung vom Militär ermuntert, um ein „Zeppelin-Monopol“ zu verhindern. Dies dürfte die erste ingenieurmäßige Anwendung von Sperrholz überhaupt gewesen sein. Das Sperrholzgerüst bewies auf 56 Probefahrten eine hohe Festigkeit und Elastizität. Technisch war SL 1 trotz der modernen Rumpfform unzulänglich. Dennoch absolvierte das Schiff 53 Fahrten bis zur Zerlegung 1913.

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