Geschäftsführer Axel Kiefer (links), die neue Arbeitsdirektorin Alexandra Mebus (rechts) und Konzernchef Peter Gerstmann (hinten
Geschäftsführer Axel Kiefer (links), die neue Arbeitsdirektorin Alexandra Mebus (rechts) und Konzernchef Peter Gerstmann (hinten rechts) heißen die ältesten Zeppeliner bei der Weihnachtsfeier willkommen (vorne von links, vorne): Bruno Bechinger (90), Karl Goettle (98), Benno Krause (91), Adolf Maurer (90) und (hinten von links): Reinhold Wolter (90) und Kurt Jetter (90). (Foto: Sigfried Großkopf)
Sigfried Großkopf

Obwohl der amerikanische Präsident Trump „die transatlantische Freundschaft mit Füßen“ tritt und der russische Präsident sich „unberechenbar“ gebärdet, sind Zeppelin und Caterpillar gut aufgestellt. Bei der Zeppelin-Rentnerweihnachtsfeier im Casino sprach Konzernchef Peter Gerstmann von einem außerordentlich guten Jahr für das Unternehmen. Der Vorsitzende der ZMS-Geschäftsführung, Axel Kiefer, versprach in Vertretung des verhinderten Betriebsratsvorsitzenden Heribert Hierholzer, sichere Betriebsrenten.

In weihnachtliches Ambiente war gestern das Casino getaucht, als im Beisein des früheren Konzernchefs Ernst Susanek aus München Axel Kiefer zunächst die Situation der Zeppelin Systems GmbH darstellte. Aufgrund einer Umstellung liegt der Umsatz 2018 leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres, bewegt sich allerdings immer noch bei 201 Millionen Euro und damit auf einem hohen Niveau. Dieses Ergebnis, so Kiefer, hätten um die 900 Vollzeitkräfte an sechs Standorten erarbeitet. Er sieht 2019 keine Anzeichen für direkte große Einbrüche und will ZMS auf hohem Niveau weiterentwickeln.

2018 sei wegen der vielen Restriktionen wie Embargos und Strafzöllen anstrengend und spannend zugleich gewesen. Mit Unterstützung einer Zeitreise erinnerte Kiefer an Projekte wie die Anlage zur Aufbereitung von Batteriemasse in München, die Mitte 2019 fertig sein soll, den Erwerb der italienischen Firma Nuova Ciba, das 15-jährige Bestehen von Zeppelin System in Peking und das 20-jährige des Unternehmens in Houston, USA.

Investiert wurde in die Ludwig- Dürr-Halle am Standort, die Ende März 2019 den Probebetrieb aufnehmen und am 17. Mai in einer „langen Nacht der Technik“ der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Im nächsten Jahr werden dort dann auch die ersten Teile mit neuer Technologie geschweißt. Wieder aktiv sind die Zeppeliner bei der Aktion „Häfler helfen“. Bei der Rentnerweihnachtsfeier ging eine Spendendose durch die Reihen.

Konzernchef Peter Gerstmann freut sich über funktionierende Geschäfte um Zeppelin herum. „Überall wo sich Räder drehen finden Sie unsere Maschinen und Dienstleistungen“, rief er den Zeppelin-Senioren zu. Zeppelin liefere längst Gasantriebe für Schiffe auf den Weltmeeren, steige in die Batteriefertigung ein und unterhalte digitale Baustellen.

Caterpillar habe ein Tief verlassen, sei „bestens aufgestellt“ und erwarte mehr als 2,8 Milliarden Euro Umsatz mit weit über 8000 Mitarbeitern in 2018. CAT habe sich enorm verbessert, den Umsatz um 24 Prozent, das operative Ergebnis um 148 und die Mitarbeiterzahl um sieben Prozent gesteigert. Der Name Zeppelin genieße hohe Wahrnehmung und werde mittlerweile nicht mehr nur mit den Luftschiffen, sondern auch mit Baumaschinen in Verbindung gebracht.

Gerstmann kündigte an, 2019 verstärkt in die Infrastruktur in Deutschland zu investieren. Weil in der Energieversorgung Querschnitte fehlten, müsse für jedes Kabel ein Loch gegraben werden, und hierfür würden Zeppelin-Geräte gebraucht, meinte er schmunzelnd. In einem freiwilligen Rating erhielt Zeppelin die Note A-/ stabil.

Frauenanteil wächst

Mit der neuen Arbeitsdirektorin Alexandra Mebus, die seit Juli Zeppelin verstärkt, und Yasmin Mei-Mee Weiß im Aufsichtsrat, liegt der Frauenanteil bei Zeppelin jetzt bei 25 Prozent, freute sich der Konzernchef. Und dabei muss es nicht bleiben. Die neue Arbeitsdirektorin, die zuvor bei Robert Bosch und Voith Turbo arbeitete, Auslandserfahrung auch aus Asien mitbringt und eine in Ochsenhausen geborene Oberschwäbin ist, gab vor den Senioren einen prägnanten Überblick unter anderem aus dem Ausbildungsbereich. So gibt es derzeit in den deutschen Zeppelin-Gesellschaften 304 Auszubildende, von denen 106 im Herbst 2018 ihre Ausbildung begonnen haben, darunter 20 duale Studenten. Außerdem wurde Zeppelin als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet und von 83 Prozent der Mitarbeiter als Arbeitgeber weiterempfohlen.

In Sachen mobiles Arbeiten wird bei Zeppelin ab Januar ein Pilotprojekt getestet, Mitarbeiter in Absprache mit dem Vorgesetzten einen Tag pro Woche zuhause arbeiten zu lassen. Weitere Personalprojekte sind ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm oder die Erarbeitung eines konzernweiten Konzeptes zur Gesundheitsförderung.

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