„Die Projektwoche gefällt mir total gut“

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Was passiert, wenn man Obst erhitzt? Die Siebtklässler beschäftigten sich in der Projektwoche unter anderem mit diesem Thema.
Was passiert, wenn man Obst erhitzt? Die Siebtklässler beschäftigten sich in der Projektwoche unter anderem mit diesem Thema. (Foto: L. Schäfer)
Schwäbische Zeitung
Lydia Schäfer

In dieser Woche fällt der Unterricht aus: In der Realschule Ailingen beteiligen sich sämtliche Schüler an der Projektwoche. Soziales Training, grünes Klassenzimmer, Arbeiten im sozialen Bereich und bei Firmen, intensive Vorbereitung auf den Realschulabschluss in den Hauptfächern, technische und handwerkliche Fähigkeiten oder auch der Apfel stehen jetzt im Mittelpunkt der Schulzeit. Dass die Schüler dabei viel lernen, beweist ein Rundgang durch die Schule.

„Die Projektwoche gefällt mir total gut“, sagt Hannah Siefert aus der Jahrgangsstufe sieben. Sie und ihre Klassenkameraden haben sich den Apfel vorgenommen, und obwohl die Schüler es toll finden „keinen Unterricht“ zu haben, fließen Chemie, Biologie, Mathematik und Physik in das Projekt mit ein. Den Schülern fällt das kaum auf. Es ist eine Auszeit vom normalen Schulalltag und mit viel Eifer prüfen sie mit „Benedict Reagenz“, einem Mittel, mit dem man den Zuckergehalt in Obst und Gemüse feststellen kann, die Reaktionen von Bananen-, Apfel- und Kartoffelstücken. Die Ergebnisse werden auf Arbeitsblätter übertragen. Nebenher wird ausgerechnet, ob Apfelsaft von Äpfeln, die ausschließlich in Ailingen angebaut werden, das Becken im örtlichen Freibad füllen könnte. „Fast sieben Mal“, ist sich Leon Dillmann mit seiner Lösung sicher. Jetzt soll noch eine Apfelbatterie zur Stromerzeugung gebaut, das Newtonsche Gesetz der Schwerkraft erprobt und geklärt werden, warum der Apfel braun wird, wenn man ihn aufschneidet.

Die Jahrgangsstufe sechs schnuppert währenddessen in das neue Wahlpflichtfach AES hinein, das der Bildungsplan ab kommendem Schuljahr vorschreibt. Die Abkürzung steht für Alltagskultur, Ernährung und Soziales und behandelt unter anderem die Themen Ernährung, Kaufverhalten, Gesundheit und Textilkunde. Hier wird mit Nadeln gefilzt, gestickt, genäht und gekocht.

Bienenhotel und Fledermaushaus

Die Fünftklässler haben die Schwerpunkte „Lernen lernen“ und soziale Themen, während die Acht- und Neuntklässler sich in der Berufsorientierung befinden. Sie sammeln erste Erfahrungen in sozialen Einrichtungen und handwerklichen oder industriellen Betrieben. Im grünen Klassenzimmer werden unter anderem Bienenhotels und Fledermaushäuser gebaut und die Zehntklässler können sich in dieser Woche intensiv auf die bevorstehende Realabschlussprüfung in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik vorbereiten. Eine Woche, in der alles etwas anders ist. „Das ist auch gut“, sagt Schulleiterin Svenia Bormuth. Die Schüler könnten sich in vielerlei Hinsicht orientieren. Das schließe sowohl die Auswahl bei den Wahlpflichtfächern als auch die Berufsorientierung mit ein, und viele Angebote stärkten das Selbstwertgefühl der Schüler, wie beispielsweise die Sozialprojekte oder das MFM-Projekt. Dieses Angebot für die Sechstklässler steht für „My fertility matters“ und heißt übersetzt „meine Fruchtbarkeit ist wichtig“. Der Workshop unterstützt die Entwicklung der Kinder auf dem Weg zur Frau oder Mann und wird geschlechtergetrennt angeboten. Im Vordergrund steht die Wertschätzung des eigenen Körpers, als Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheit und Sexualität. „Es ergänzt wunderbar den Biologieunterricht“, sagt Svenia Bormuth. Sämtliche Lehrer sind hier im Einsatz, und das sowohl in der Schule, als auch bei ihren Schülerbesuchen in den Betrieben.

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