Die Position der Genossenschaft „RegioBodenseefisch“

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So groß wie eine Fähre wären die Anlagen, von denen zwei geplant sind. Mehr nicht, so die Genossenschaft.
So groß wie eine Fähre wären die Anlagen, von denen zwei geplant sind. Mehr nicht, so die Genossenschaft. (Foto: RegioBodenseeFisch Genossenschaft)

Die Genossenschaft „RegioBodenseefisch“, die eine Aqua-Kultur mit Felchen im See aufbauen möchte, stützt ihre Argumente auf ermittelte Werte und Zahlenmaterial zu den Felchen. So liegt der Felchen-Import derzeit bei 500 bis 600 Tonnen pro Jahr. Die Tiere werden vor allem aus Russland, Kanada, Skandinavien und Italien importiert.

Die verfügbare Menge an Fischen gelangt zu 70 bis 80 Prozent in die Gastronomie, 20 bis 30 Prozent werden über den Handel verkauft.

Den Markt beziffert die Genossenschaft mit vier Millionen Einwohnern, zu denen sich jährlich nocheinmal neun bis 13 Millionen Gäste in der Bodenseeregion gesellen.

Zur Zucht genutzt werden Sandfelchen aus dem Bodensee-Obersee, nicht die im Wildfang normalerweise gefangenen Blaufelchen.

Folgende Merkmale soll die Aqua-Kultur beinhalten:

- Nachhaltig und zertifizierte Futterquelle

- Geringe Besatzdichte von fünf bis acht Kilo pro Kubikmeter Wasser

- Beste Produktqualität durch Futtermanagement

- Gesundheitsmanagement: Nur eine Impfung erlaubt

- Hohes Tierwohl durch zwölf tiefe Netzgehege im See verteilt auf zwei Standorte

- Reinigung der Netze an Land

Die Genossenschaft will ferner garantieren, dass es keine fremden Arten in den Gehegen geben soll und dass keine Setzlinge aus fremder Herkunft genutzt werden. Auch das in der Kritik stehende Ethoxyquin (Antioxidanzmittel als Futterzusatz) soll auf keinen Fall eingesetzt werden. Bei der Futtervergabe werden laut Genossenschaft keine gentechnisch modifizierten Organismen eingesetzt werden. Eine intensive Massentierhaltung schließt die Genossenschaft aus und eine unzumutbare Kot- und Futterbelastung im See werde es nicht geben. Antibiotika werden nicht zum Einsatz kommen und auch sonst werden keine Medikamente in den See gelangen. Weil eine solche Fischzucht wissenschaftlich untersucht ist, verfolgt die Genossenschaft keine Anlage an Land.

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