Die Odyssee des Lebens und was sie bedeutet

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Bei dem dokumentarischen Stationentheater „Odysee – des Lebens“ werden die Zuschauer ins Spiel einbezogen.
Bei dem dokumentarischen Stationentheater „Odysee – des Lebens“ werden die Zuschauer ins Spiel einbezogen. (Foto: Lydia Schäfer)

Odysseus Irrfahrt von Troja nach Ithaka war mit Gefahren verbunden, führte ihn in die Irre und in Überlebenskämpfe, die er eigentlich nicht mehr wollte. So ergeht und erging es auch einigen Darstellern des Ensembles des Deutschordenmuseums. Mit „Odyssee – des Lebens“ haben sie eine halbdokumentarische Theateraufführung inszeniert, bei dem das Publikum zum Mitdarsteller wird. Ein interaktives Stück, dass anhand von Odysseus Erlebnissen beispielhaft zeigt, was es bedeutet zu flüchten, nicht zu wissen wie es weitergeht oder als Kind mit Migrationshintergrund aufzuwachsen.

Mit der Eintrittskarte startet für die Zuschauer eine Reise ins Ungewisse. Drei Männer sitzen im musischen Haus der Bodenseeschule. Zwei von ihnen in Uniform, die die Zuschauer einzeln und erst nachdem sie begutachtet und fotografiert wurden zum Leiter der Registrierungsstelle vorlassen. Es wird nur arabisch gesprochen und gerufen. Die Situation lässt unangenehmen Gefühle hochkommen. Plötzlich brechen eine Frau und zwei Mädchen in die Registrierungsstelle ein. Die Frau, eine verzweifelte Mutter und die Mädchen werden, weggebracht und getötet. „Das ist in unserem Dorf passiert“, durchbricht der syrische Darsteller Ghaith Alatiki die Stille, die sich nach dem fulminanten Auftakt wie ein bedrückender Teppich auf die Zuschauer legt.

Bei der Registrierung erhielt jeder Zuschauer einen farbigen Pass. Je nach Farbe ging es für das Publikum an unterschiedlichen Orten weiter. Die einen wurden zur Tafel gebeten. Andere werden mit dem Bus abtransportiert und die dritte Gruppe wird über die Irrfahrt Odysseus belehrt.

Die 14 Darsteller zwischen 15 und 67 Jahren haben ein intensives Stück geschaffen, das mit wundervollen und grausigen Lebensmomenten gefüllt ist. Man erfährt, wie es Teenagern gelingt im Libanon und in Deutschland aufzuwachsen, dass das Smartphone ein wichtiger Bestandteil ist oder das Menschen aus dem Ausland, die bereit sind ihren Mittelpunkt nach Deutschland zu verlegen, an der Bürokratie scheitern können. Bewegend und intensiv zugleich.

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