Die Geschwister Bianca-Kim und Gilbert Foelscher aus Salem haben mit „Sonderstück“ ein junges Start-up Unternehmen geründet. Sie
Die Geschwister Bianca-Kim und Gilbert Foelscher aus Salem haben mit „Sonderstück“ ein junges Start-up Unternehmen geründet. Sie fertigen Glashalter für Wein- und Sektflaschen aus unterschiedlichen Hölzern selbst an und stellen auf der Messe aus. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Filzen, stricken, nähen, basteln: Der Kreativmarkt in der Messe Friedrichshafen hat sich erneut von einer bunten Seite gezeigt und ist wieder einen Besuch wert gewesen. Rund 240 Aussteller präsentierten zwei Tage lang die gesamte Bandbreite handgemachter Produkte. Das Thema Upcycling ist auch in diesem Jahr wieder sehr präsent gewesen.

Kaum Kommerzielles, viele individuelle Ideen – von der Bierflasche, die zum Lampenschirmständer umfunktioniert wurde, bis hin zu filigranen Kleinigkeiten, die als Anstecker genutzt werden können – wurden den Besuchern präsentiert. Zusätzlich boten einige Aussteller Mitmachaktionen an. Individuelle Karten wurden vor Ort gebastelt, es durfte getöpfert werden oder die Gelegenheit genutzt werden, Kreativen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Und wie in den vergangenen Jahren ist Upcycling nach wie vor ein großes Thema.

Die Idee der Einzelnen

Bei dieser Messe stehen die Kleinerzeuger im Mittelpunkt. Industriell gefertigte Waren wird der Besucher nicht finden. Im Mittelpunkt steht die Individualität der Produkte und die Idee des Einzelnen. So wie bei Bianca-Kim und Gilbert Foelscher aus Salem. Die Geschwister haben vor einem Jahr ihr Label „Sonderstück“ gegründet. Inspiriert durch Holzkunstarbeiten in Australien, kam Gilbert Foelscher mit der Idee nach Deutschland zurück, Holz zu verarbeiten und mit individuellen Mustern zu versehen. Für ihre Weinglashalter verwenden sie Restbestände oder Fehlwaren, die sie wieder verarbeiten. Daraus entstehen Glashalter in der Form des Bodensees, bedruckt mit Ornamenten, „oder auch individuelle Anfertigungen nach Wunsch“, erklärt Bianca-Kim Foelscher.

Vielseitige Auswahl

Das Angebot der lohnenswerten Messe, die am Samstag und Sonntag stattfand, umfasste die Bereiche Bekleidung, Schmuck, Möbel, Schuhe, Bilder und Taschen. Die Materialien, aus denen die Dinge bestehen, waren unterschiedlich und der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Filz, Glas, Edelmetalle, Holz oder Papier.

Fein gehäkelte Ketten, individuelle Stempel, Landschaftsaquarelle oder Stillleben in Acryl, alte Porzellantassen, die mit Wachs ausgegossen zu Kerzen oder aber in eine Keramikkachel gebrannt wurden und als Blumentopf dienen, Gürtel aus alten Fahrradschläuchen oder leere Weinflaschen, die jetzt Standleuchten sind – die Auswahl war wirklich vielseitig.

Für die Freunde der guten Küche gab es ebenfalls einige Angebote wie die Currysauce „Wilde Hilde“, Senfspezialitäten oder auch diverse Kräutermischungen. Auch wenn das Angebot in dieser Hinsicht etwas kleiner ausfiel, aber schließlich handelt es sich auch nicht um eine Messe mit kulinarischem Schwerpunkt. Hier stand das Handwerk im Vordergrund, denn die vielen Objekte sind allesamt handgefertigt. Erfreulich ist auch, dass im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr Angebote für Selbermacher dabei waren. Filz, Wolle, Stoffe, Borten und Bänder, Textilreste oder Meterware, Knöpfe, Kurzwaren und vieles mehr. Die Liste hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

Persönliche Note

Ebenso auffällig war, dass es vermehrt personalisierte Angebote gab. Holzkisten mit Fotomotiven des Messebesuchers, Namensgravuren im Holz, persönliche Geschenkkarten oder auch Stempel, die man sich anfertigen lassen konnte. Auch wenn Christina Reich-Kühn von Hüllenreich äußerte, dass „im letzten Jahr am Samstag mehr Besucher da waren“, zeigte sie sich im Großen und Ganzen zufrieden mit der Resonanz des Marktes.

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