Wilhelm Meiners (dritter von links) mit seiner Ehefrau Vera feiert seinen 90. Geburtstag. Zu den Gratulanten gehören (von links)
Wilhelm Meiners (dritter von links) mit seiner Ehefrau Vera feiert seinen 90. Geburtstag. Zu den Gratulanten gehören (von links) seine Freunde vom Albverein Harald Eckertz, Heinz Kreidler, Klaus Förster. Fürer Stadt gratulierte Stephanie Glatthaar im Namen des Obrebürgermeisters. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Wilhelm Meiners hat am Donnerstag, 7. November, seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der gebürtige Wilhelmhavener lebt seit 1956 in Friedrichshafen und ist seit 60 Jahren Mitglied im Schwäbischen Albverein. Sport war ein wichtiges Thema in seinem Leben, das ist wohl der Grund, dass er mit seinen 90 Jahren noch so agil ist.

Die Berge habe er mit elf Jahren zum ersten Mal gesehen und war sofort beeindruckt. Dabei war der Anlass weniger erfreulich. Nachdem Wilhelmshaven mit seinem Marinehafen während des zweiten Weltkrieges völlig ausgebombt war, wurden damals die Kinder klassenweise in andere Regionen geschickt, um dort unterrichtet zu werden. Er kam nach Zell am See: „Ich war sofort von den Bergen zutiefst beeindruckt.“, erinnert sich der Jubilar.

Nach der Schule habe er den Beruf des Eisenwarenkaufmanns erlernt und für die Firma Figelister gearbeitet. So kam er Mitte der 50’er-Jahre nach Friedrichshafen. Er habe eng mit den Handwerksmeistern zusammengearbeitet. Ein Beruf, der ihm gut gefallen habe, dennoch habe er das Angebot der Baufirma Rostham angenommen und dort die Buchhaltung erlernt. Später habe er auf dem Kindergeldamt gearbeitet, der „wohl langweiligste Beruf, den ich je gemacht habe“, sagt er lachend. Deshalb sei er auch zur Berufsberatung gegangen. Hier habe er wieder mit Menschen zu tun gehabt, das hat ihm wiederum gut gefallen und ist dort bis zu seiner Pensionierung geblieben.

Privat habe er viel Sport getrieben und Abzeichen im Hoch- und Weitsprung sowie Schwimmen erworben, doch sein größtes Hobby sei der Schwäbische Albverein. 1954 trat er dem Verein bei. „Damals lebten wir in Murrhadt“, erinnert er sich, als er zwei Jahre später nach Friedrichshafen kam, engagierte er sich sofort im örtlichen Albverein.

Wilhelm Meiners war Jugendgruppenwart und später Gaujugendwart. Dafür arrangierte er jährliche Treffen mit Fachvorträgen, Kartenkunde oder auch die Vermittlung neuer Volkslieder. Er hat über fünf Jahrzehnte Bergwanderungen für den Verein organisiert und war auch als Wanderführer mit dabei und ist bis 2015 noch im Vorstand tätig gewesen. Er sei mit seiner Frau Vera Meiners viel gewandert, auch in den Hochalpen. „Einmal stand ich in einem Feld mit Edelweiß und um mich herum blühte es überall aus den Felsspalten heraus. Das war eines meiner schönsten Wandererlebnisse“, erinnert er sich.

Wilhelm Meiners ist eben auch ein großer Naturfreund. „Früher kannte ich jede Pflanze, jeden Pilz und jeden Baum“, das Wissen habe mit dem Alter nachgelassen, bedauert er. Er engagierte sich ehrenamtlich im Eriskircher Ried. Von 1964 übernahm er die Aufgabe des Naturschutzwartes und ein Jahr später die des Wegewarts. Er erkundete alte Wanderwege und beschilderte diese von Hand, er machte Streifrundgänge und nahm an Ufersäuberungsaktionen teil. Mit 90 Jahren habe er andere Hobbies, verriet er zum Schluss: „Meine Frau und die Menschen zum Lachen bringen.“ Am Sonntag wird er mit seinen zwei Kindern und drei Enkelkindern seinen Geburtstag nachfeiern.

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