Die Menschen standen bei ihr immer im Mittelpunkt

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 So lässt es sich feiern: Herta Lipsius (Mitte) lässt es sich nicht nehmen, zusammen mit ihren Enkeln Hans-Jürgen und Annette Li
So lässt es sich feiern: Herta Lipsius (Mitte) lässt es sich nicht nehmen, zusammen mit ihren Enkeln Hans-Jürgen und Annette Lipsius (rechts) und ihrem ehemaligen Ziehkind Heidi Werner und deren Partner Hans Herrman Liedchen anzustimmen. (Foto: Brigitte Geiselhart)

Musik und vor allem der Gesang hat in ihrem Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Kein Wunder, auch heute noch verfügt Herta Lipsius über eine glockenhelle Sopranstimme, an der viele Chöre ihre Freude hätten. Und so war es nur selbstverständlich, dass bei der Feier ihres 90. Geburtstages am Freitag im Königin-Paulinenstift kräftig gesungen wurde. Allen voran die Jubilarin selbst, die noch so manches Lied bis zur letzten Strophe auswendig kann. Zu den Geburtstagsgratulanten gehörte auch die stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeisterin Magda Krom. Sie überbrachte die Glückwünsche der Stadt – und von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Für Menschen da zu sein, das war immer einer der wichtigen Eckpfeiler im Leben von Herta Lipsius. Geboren und aufgewachsen ist sie in Girbigsdorf bei Görlitz – im heutigen Bundesland Sachsen. Selbst hat sie keine Kinder, aber ihr Mann hatte eine Tochter in die Ehe eingebracht. Darüber hinaus kümmerte sich Lipsius auch mit ganzer Kraft um ihr „Ziehkind“ Heidi Werner. „Sie kam aus der Nachbarschaft. Ich war froh, die Vormundschaft für sie übernehmen und auch dafür sorgen zu können, dass sie ihren Traumberuf Erziehrein erlernen konnte“, erzählt die Jubilarin – und sie freut sich, dass Heidi Werner mit ihrem Partner Hans Herrmann extra aus Ostdeutschland angereist sind und sogar eine Festtorte aus Herta Lipsius‘ Lieblingskonditorei mitgebracht haben. Nicht weniger erfreut war sie über ihre Enkel Hans-Jürgen und Annette Lipsius, die ebenfalls die Anreise nicht gescheut hatten.

Über alles geliebt hat Herta Lipsius auch ihren Beruf als Fürsorgerin, bei dem sie vor allem TBC- und später Diabetes-Patienten ambulant versorgte. Kurz vor dem Mauerfall gelang ihrem Mann Martin – der im Jahr 2000 im betagten Alter von 97 Jahren verstorben ist – und ihr der Sprung nach Friedrichshafen. Dass sie längst zu einer echten Häflerin geworden ist, das steht für sie außer Frage. Viele Jahre hat sie gern im Chor der Bonhoefferkirche gesungen, hat auch das Seniorenturnen und die Wassergymnastik geleitet. Bis vor zwei Jahren konnte sie sich in ihrer eigenen Wohnung gut selbst versorgen. Nach einem Sturz und Krankenhausaufenthalt war sie dann aber froh, im Königin Paulinenstift einen Platz zu bekommen. Selbstredend, dass sie bei der heiminternen Weihnachtsfeier beim Krippenspiel mitgewirkt und ein kräftiges „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ gesungen hat.

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