Dieses Trio erntet satte Lachsalven.
Dieses Trio erntet satte Lachsalven. (Foto: Michael Tschek)
Michael Tschek

Im Kleinen Zelt hatte am Sonntag zum Finale des Kulturufers das Publikum das Sagen. Seine Einfälle, seine Wünsche zum Thema „Schöner Scheitern“ mussten von Susanne Pätzold, Axel Strohmeyer und Franco Melis improvisiert in Szene gesetzt werden – und das gelang ihnen vorzüglich.

Scheitern kann so schön sein. Vor allem dann, wenn es von einem Trio vorgestellt wird, das die Improvisation aus dem Effeff beherrscht. Angeführt von der Schauspielerin Susanne Pätzhold (unter anderem bekannt von der Comedy-Serie „Switch Reloaded“) begibt sich das Trio auf eine Reise der Improvisation, die vom Publikum durch spontane Einfälle und Wünsche vorgegeben wird.

„Nennen Sie uns einen Namen, der zum Scheitern prädestiniert ist?“ Antwort: Jogi Löw! Naja; da kamen auch noch Namen wie Horst Seehofer oder Angela Merkel. Zweite Frage: „Bei welcher Tätigkeit ist das andere Geschlecht nicht so gut?“ Antwort: Beim Bügeln!

Das Trio macht daraus einen Song mit folgendem Inhalt: „Jogi kann nicht bügeln, Jogi kann’ nicht ausbügeln“. Die Lacher haben die drei sofort auf ihrer Seite.

Das Trio macht sich dann Gedanken über Umgangsformen und Problemlösungen. Zum Beispiel: Wie bekomme ich den Spinat zwischen den Zähnen raus? Oder: Was sind Charts-Flops, die die Welt nicht will?

Noch vor der Pause stellen die Künstler einen Sektkelch auf die Bühne, in dem das Publikum zum Thema „Scheitern“ seine notierten Ideen hinterlassen kann. Zuvor hatten sie auf einer Pinnwand Begriffe zu allen 26 Buchstaben des Alphabets gesammelt, die sie später, im Finale, in einer improvisierten Aufführung alle verwenden müssen.

Doch zuvor geht es Schlag auf Schlag weiter. Da breitet die Truppe in scherzhaften Songs und Situationen das aus, was man selber nicht erleben möchte und doch sehr viele kennen, wie beispielsweise eine Darmspiegelung.

Oder sie holen aus dem Publikum Armin und Ida, die bei einer Szene zum Thema „Dienstleistungen nach Hause bringen“ Herr über den Körper der Künstler sein sollen. „Fasst uns nur dort an, wo Knochen sind“, wünscht sich Axel Strohmeyer. Die Art und Weise, wie die beiden Zuschauer die Bewegungen der drei koordinieren, sorgen im Publikum für Lachsalven.

Zum großen Finale soll dann das Trio die 26 Begriffe in eine Szene einbauen. Doch so einfach machen sie es sich nicht, weil sich im Lauf ihrer Auftritte sicherlich so manche Begriffe wiedergefunden hatten. Deshalb fordern sie das Publikum auf, ein Thema zu dieser Szene zu bestimmen – und es entscheidet sich mehrheitlich für eine Beerdigung. Wie schnell und mit viel Humor die Künstler Begriffe wie „Treibholz, Yoga, Seeufer, Rache, Orgasmus“ in einer Geschichte verpacken, ist schon eindrucksvoll.

Nichtsdestotrotz kann auch das noch einmal getoppt werden, indem sie, vom Publikum bestimmt, bei einer fiktiven Reise nach Island im Gespräch in jeden Satz den Konsonanten „n“ durch den Konsonanten „r“ ersetzen müssen. Ein Wortgefecht, das noch einmal für viel Spaß und Beifall sorgte.

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