Die drei „Puschapps“ (von links) Sabine Hauke, Marita Hasenmüller und Angelika Fischer, unterhalten die Besucher mit viel Charme
Die drei „Puschapps“ (von links) Sabine Hauke, Marita Hasenmüller und Angelika Fischer, unterhalten die Besucher mit viel Charme und bekannten Liedern (Foto: gsb)
Grudrun Schäfer-Burmeister

Die Kinderstiftung hat am Freitag alle ehrenamtlichen Helfer zu einer Dankesfeier ins Haus der kirchlichen Dienste eingeladen. Mittlerweile zählt die Stiftung 160 ehrenamtliche Helfer. „Schön, dass es dich gibt“ steht auf den Kerzen, die die vorbereiteten Gedecke zieren. In diesem Satz drückt sich die Anerkennung aus, mit der die Kinderstiftung Bodensee die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen begrüßt, die sich im vergangenen Jahr auf vielfältige Weise gemäß dem Motto „Gemeinsam wirken – Kinder fördern – Zukunft stiften“ engagiert haben.

Im November 2011 wurde die Bürgerstiftung unter dem Dach der Caritas gegründet, um speziell der Kinderarmut entgegenzuwirken. Darunter ist sowohl materielle als auch immaterielle Not zu verstehen, wie Benedikt Otte, Vorsitzender des Kuratoriums, erläutert. Die Unterstützung und Prävention gliedert sich in drei Themenfelder. Zum einen wird Notlagenhilfe geleistet. Wenn beispielsweise Kleidung benötigt wird, ein Schreibtisch oder eventuell sogar ein Bett: „Ich habe gestaunt, wie viele Kinder auf dem Boden oder einer einfachen Matratze schlafen müssen“, sagt Otte. Dann wird gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Einkaufspaten im Fachgeschäft vor Ort oder im Secondhandcenter „Fairkauf“ das Benötigte ausgewählt und dort an der Kasse bezahlt. Manchmal muss dann noch das Transportproblem gelöst werden, aber so kann vielen Kindern in Notlagen unbürokratisch und nachhaltig geholfen werden. Finanziert werden solche Aktivitäten aus Spendengeldern. Unter den Spendern sind Firmen, aber auch Privatleute. Insgesamt kommen jährlich knapp 100 000 Euro zusammen. Etwa 20 000 Euro stammen 2018 aus dem Verkauf von 7500 Adventskalendern.

Das zweite Themenfeld ist Bildung. Laut einer Bertelsmann-Studie bekommen nur noch 40 Prozent der Kinder Geschichten vorgelesen. Dies hat massive Auswirkungen auf die Lesekompetenz. Hierzu wurde das Vorlesenetzwerk gegründet, das im vergangenen Jahr in Richtung Linzgau ausgeweitet werden konnte. 2018 nahmen insgesamt 560 Kinder in 50 Einrichtungen des Bodenseekreises teil. 95 Personen haben Lesepatenschaften übernommen. Elisabeth Thomas beispielsweise liest freitagnachmittags in Meersburg in der Bücherei drei- bis fünfjährigen Kindern vor. „Wer kommt, der kommt“, sagt sie, „einmal war es nur ein Kind, letztes Mal sogar elf.“ In der Grundschule hilft sie Kindern beim Lesenlernen. Helga Werner liest seit zweieinhalb Jahren Tettnanger Kindergartenkindern vor. „Ich nehme immer ein Buch für Drei- bis Vierjährige und eins für Sechs- bis Siebenjährige mit. Die Kinder haben es gern, wenn man ihnen vorliest und erzählt.“ Alle Lesepatinnen und -paten erhalten vorab eine Schulung.

Cornelia Jegler-Ruf kam vor vier Jahren zur Kinderstiftung, weil sie für ihre Kinder Möbel benötigte. Sie habe sich zunächst geschämt, dann aber so tolle Hilfe erfahren, dass sie sich ebenfalls einbringen wollte. Seit Anfang des Jahres ist sie Lesepatin: „Ich gehe darin richtig auf. Es ist toll, wenn Kinderaugen leuchten. Kinder sind unser aller Zukunft!“

Teilhabe an Aktivitäten ist der dritte Themenbereich. Dazu zählen Ausflüge, Sport- und Spieleangebote in der Freizeit. Rund 700 Kinder werden wöchentlich durch die Aktivitäten der Kinderstiftung Bodensee unterstützt. Organisiert und koordiniert werden die Angebote von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, die von ihrer Arbeit berichteten. Das Wichtigste jedoch waren an der Feier die Ehrenamtlichen, die bei Spargelsuppe und Häppchen die Möglichkeit genossen, sich auszutauschen, die Freude über ihre Erfolge zu genießen und den Liedern der „Puschaps“ zu lauschen. Die A-capella-Formation aus Sabine Hauke, Angelika Fischer und Marita Hasenmüller unterhielt mit Musik von A bis Z, wobei auch alte Schlager nicht fehlen durften.

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