Corinna Belz beobachtete den Fortgang der Arbeiten am Kölner Domfenster über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.
Corinna Belz beobachtete den Fortgang der Arbeiten am Kölner Domfenster über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. (Foto: B. Lutze)
Schwäbische Zeitung

Als zweite Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Gerhard Richter: Editionen 1966 bis 2015“ werden in der Galerie Lutze am Mittwoch, 14. März, um 20 Uhr die Filme „Gerhard Richter - Das Kölner Domfenster“ (2007, Dauer 30 Minuten) von Corinna Belz und „Gerhard Richter - In der Werkstatt“ (1969, 15 Minuten) von Hannes Reinhardt gezeigt.

2002 trat das Kölner Domkapitel an Gerhard Richter mit dem Angebot heran, ein neues Glasfenster für das Südquerhaus im Dom zu entwerfen. Richter gelangte allerdings schnell zu der Überzeugung, dass er den Wunsch des Auftraggebers, sechs Märtyrer des 20. Jahrhunderts bildlich darzustellen, nicht erfüllen konnte. „Im Begriff, die Sache definitiv aufzugeben, geriet mir eine große Abbildung meines 4096 Farben-Bildes auf den Tisch. Ich legte die Schablone des Maßwerkes darüber und sah, dass es nur so gehen könnte.“ (G.R. 2006)

Corinna Belz beobachtete den Fortgang der Arbeiten am Domfenster über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren bis zur Fertigstellung und Einweihung am 25. August 2007. Anschaulich zeigt der Film die zahlreichen Entwicklungsschritte aber auch die Schwierigkeiten bei der Realisierung. Oft ist die Kamera als stiller Beobachter dabei und nimmt an den Diskussionen und Entscheidungen des Künstlers unmittelbar teil.

Der Film von Reinhardt zeigt den Künstler bei der Arbeit an dem Bild „Ruhrtalbrücke“ von 1969. Aufnahmeort war Richters damaliges Atelier am Düsseldorfer Fürstenwall. Der kamerascheue Richter lässt hier erstmals einen Einblick in den Entstehungsprozess eines seiner Landschaftsbilder zu - etwas, was er danach bereute. Dies war der Grund, warum er fast 20 Jahre eine Kamera als Beobachter bei seiner Arbeit nicht mehr zugelassen hat.

Nach den Filmen besteht die Möglichkeit zu einer Führung durch die Ausstellung.

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