„Die Dankbarkeit der Menschen ist unglaublich“

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Hilfe für Polozk ist gefragt (von links): Hubert Weiß und Elvira Möller (Freundeskreis Polozk), Gerlinde Ajiboye-Aimes und Maria
Hilfe für Polozk ist gefragt (von links): Hubert Weiß und Elvira Möller (Freundeskreis Polozk), Gerlinde Ajiboye-Aimes und Marianne Dreßler (MEFP), Franziska Mooz (Stadt FN, zuständig für Polozk) und Uwe Lenz (AK Polozk). (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

In der Vorweihnachtszeit ein Stückchen Glück verschenken – das wünschen sich die Häfler Hilfsorganisationen „Arbeitskreis Polozk (AK Polozk)“, der „Verein Freundeskreis Polozk“ und der Arbeitskreis der katholischen Gesamtkirchengemeinde „Mission-Entwicklung-Frieden-Polozk (MEFP)“. Mit einer Spende an eine der drei Organisationen sei gewährleistet, dass das Geld eins zu eins für die zu unterstützenden Projekte in der weißrussischen Partnerstadt eingesetzt würde. Das Geld werde nach wie vor für soziale Zwecke vor Ort eingesetzt und „auch wenn sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat, geht es ohne finanzielle Hilfe nicht“, betont Uwe Lenz vom AK Polozk.

Das bestätigen auch Elvira Müller und Hubert Weiß vom Freundeskreis und Gerlinde Ajiboye-Aimes und Marianne Dreßler von MEFP. Nach wie vor ist Armut ein großes Thema in Polozk – ebenso wie die Unterstützung bei der medizinischen Versorgung und Hilfeleistungen für einkommensschwache Familien, die vor Ort von vertrauenswürdigen Partnerschaftsorganisationen betreut werden. „Die Dankbarkeit der Menschen ist unglaublich“, sagt Marianne Dreßler. Steigende Lebensmittelpreise, niedrige Löhne und Renten erschweren den Alltag. „Eine Rente beläuft sich ungefähr auf 300 Rubel“, fügt Uwe Lenz an. Das sind umgerechnet etwa 150 Euro – im Monat. Da bleibe nicht viel zum Leben.

Jetzt ist die Hilfe der Häfler gefragt: Die einzelnen Arbeitskreise unterstützen unterschiedliche Projekte. Uwe Lenz als Vorsitzender des Arbeitskreises Polozk koordiniert die Aktivitäten für die Menschen in Polozk. Er reist regelmäßig in die Häfler Partnerstadt, um dort die Entwicklung der Projekte zu beobachten. „In diesem Jahr wird allerdings kein Mitglied der unterschiedlichen Helferkreise nach Polozk fahren, sodass keine Post mitgenommen werden kann“, sagt er. Selbstverständlich könne man den normalen Postweg wählen, allerdings rate er ausdrücklich davon ab, Geld mitzuschicken. „Erfahrungsgemäß kommt das beim Empfänger nicht an“, sagt Lenz. Sicherer sei es, Geld an die hiesigen Organisationen zu spenden, da dieses zu hundert Prozent in Polozk ankäme.

Der Freundeskreis unterstützt mit seinen Spenden zum einen die „Begegnungsstätte für einsame und einkommensschwache Menschen“, die von der Union belarussischer Frauen betreut wird sowie zum anderen den Verein Strumok, der Familien unterstützt, die daheim ein behindertes Kind pflegen. Auch der Polozker Verein „Tschernobyl-Echo“, der Familien betreut, die heute noch gesundheitlich große Einschränkungen ertragen müssen und Unterstützung benötigen, bedenkt der Freundeskreis. Von den Spendengeldern werden zudem Lebensmittel und Winterbekleidung gekauft.

Der Arbeitskreis MEPF benötigt das Geld für die beiden Sozialstationen St. Babola in Polozk und Herz Jesu in Novo-Polozk – mithilfe von ehrenamtlichen Helfern betreuen und pflegen Ordensschwestern kranke, alte und behinderte Menschen. Dafür müssen Medikamente und Hilfsmittel wie Gehilfen, Rollstühle, Windeln, Verbandsmaterial aber auch Lebensmittel und Bekleidung gekauft werden. Zudem müsse ein Kleinbus, der für Krankentransporte notwendig ist, davon unterhalten werden. Da die beiden weißrussischen Kirchengemeinden nur einen geringen finanziellen Beitrag leisten können, sind sie auf Geldspenden aus Friedrichshafen angewiesen. „Eine weitere Herzensangelegenheit ist uns die Übernahme einer Patenschaft“, fügt Gerlinde Ajiboye-Aimes hinzu. Bereits ab sechs Euro im Monat ist eine Patenschaft für von Armut betroffene Familien möglich. Wer die Arbeit des Freundeskreises und der MEFP unterstützen möchte, kann eine Spendenquittung erhalten.

Hier können Sie helfen:

Kontodaten für den Freundeskreis Polozk (Stichwort: „Begegnungsstätte für einsame Menschen“ oder „Allgemeine Spende“) bei der Sparkasse Bodensee: IBAN:

DE19 6905 0001 0020 3568 87, BIC: SOLADES1KNZ.

Bei der Volksbank Friedrichshafen:

IBAN: DE31 6519 1500 0101 9220 00, BIC: GENODES1TET.

Kontodaten für MEFP (Stichwort: Hilfe für Polozk) bei der Sparkasse: IBAN: DE52 6905 0001 0020 1138 90, BIC: SOLADES1KNZ.

Bei der Volksbank Friedrichshafen: IBAN: DE95 6519 0110 0008 9840 00, BIC: GENODES1VFN.

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