Eine Börse für die ganze Familie: Am Stand von Elmar Zink aus Stegersbach im Südburgenland (Österreich) gibt es Mineralien und
(Foto: mt)
Michael Tschek

Die 46. Internationale Börse für Münzen, Mineralien und Briefmarken (MMB) hat mit mehr als 250 Ausstellern am Sonntag ihre Pforten in der Halle B1 der Messe Friedrichshafen geöffnet. Der Ansturm war trotz glatter Straßen riesig.

Wer dachte, die MMB-Börse werde zu einem Treffpunkt eines kleinen erlauchten Kreises von Briefmarken- und Münzensammlern, sah sich getäuscht. Bereits zum Eröffnungsbeginn um 9 Uhr strömten die Sammler aus der Region, aber auch aus der Schweiz und Österreich nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ in die Messehalle, um vielleicht das eine oder andere Schnäppchen zu machen oder ein ganz besonderes Exemplar zu ergattern. Der Vorsitzende des 1923 gegründeten Vereins der Briefmarken- und Münzensammler Friedrichshafen, Klaus Irtenkauf, zeigte sich dann auch bereits zur Mittagszeit zuversichtlich, dass im Laufe des Tages rund 2500 Besucher die von seinem Verein organisierte Veranstaltung, die in ihrer Art einmalig im süddeutschen Raum ist, in die Messehalle kommen werden.

Natürlich konnten die Sammler nicht erwarten, dass die „Blaue Mauritius“, als die weltweit wohl berühmteste Briefmarke schlechhin, von der es nur noch 12 Exemplare gibt, aber auch die englische „Black Penny“ aus dem Jahr 1840 oder die „Schwarze Eins“, das deutsche Pendant vom 1. November 1849 auf dieser Börse zu sehen sind. „Solche Briefmarken gibt ab einer Größenordnung von 10 000 Euro nur auf Auktionen zu sehen“, sagt Klaus Irtenkauf.

Stück für Stück zur Sammlung

Doch ein echter Sammler ist auch mit günstigeren Marken zufrieden. Karl-Heinz Eitle als Mitglied des Vereins stockte für 15 Euro seine Sammlung von Fiskalmarken aus den 1920er-Jahren auf.

Genauso glücklich war der neunjährige Mathias Bosch, der mit seiner Familie aus Bregenz angereist war und am Fossilienstand von Elmar Zink aus Stegersbach im Südburgenland zwei Fischfossilien, die geschätzt 50 Millionen Jahre alt sind erwerben konnte. „Die Fossilien stammen aus Wyoming in Amerika“, sagte der Händler, der dort einen Freund hat, der diese für ihn ausgräbt.

Sammler Claudio Kölbl aus Überlingen sagte: „Ich sammle seit 30 Jahren Briefmarken und habe mich dabei spezialisiert auf Marken aus Deutschland, der ehemaligen DDR, Schweiz, Schweiz, Spanien und jetzt auch England.“ Kölbl hatte eine Wunschliste dabei und verglich das Angebot an den verschiedenen Briefmarkenständen mit den Erläuterungen im Michel-Katalog.

Und wer sich trotz Katalog nicht ganz sicher war, der konnte sich an das mobile Beratungsteam des Landesverbandes Süddeutscher Briefmarkensammler, Region Donau-Bodensee, wenden. „Zu uns kommen viele, die eine Briefmarkensammlung geerbt haben und überhaupt nicht wissen, ob überhaupt und wenn, was die wert ist“, sagte Dieter Schaile von dem süddeutschen Beratungsteam.

Ganz besonders frequentiert waren auch die Stände, an denen Briefe und Karten von Angehörigen aus dem Urlaub oder als Feldpost als jedes Stück mit eigener Geschichte angeboten wurden.

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