Die Berufsschule in Ihube wird eröffnet

 Die Schule in Ihube ist um eine Berufsschulstufe erweitert worden. Der erste Bauabschnitt ist jetzt fertig gestellt worden.
Die Schule in Ihube ist um eine Berufsschulstufe erweitert worden. Der erste Bauabschnitt ist jetzt fertig gestellt worden. (Foto: privat)

Es hat länger gedauert als gedacht, aber jetzt ist es so weit: die Berufsschule in Ihube, Nigeria, wird eröffnet. Die Bodenseeschule St. Martin arbeitet seit 20 Jahren partnerschaftlich mit Father Dr. Josephat Nwankwo zusammen. „Als Schule mit einem christlichen Weltbild, war es uns wichtig, ein „Eine Welt Projekt“ zu unterstützen“, erinnert sich Andreas Glatz, Lehrer an der Bodenseeschule, an die Anfänge. Für die Bodenseeschule gibt es also gleich zwei Gründe am Freitag, 24. September, zu feiern. Die Schüler werden mit einem Sponsorenlauf Geld für die neue Schule in Afrika sammeln und gegen 13.30 Uhr ist eine Live-Schaltung nach Ihube geplant.

In den zwanzig Jahren hat die Bodenseeschule so einiges bewegt. Jede Klasse übernimmt beispielsweise eine Patenschaft für eine Schülerin oder einen Schüler und es wurden immer wieder Spendenläufe zugunsten der Schüler in Ihube veranstaltet. Im Jahr 2017 startete die Bodenseeschule mit der groß angelegten Aktion „Beweg was“. Damit die geplante Berufsschule in Nigeria mit Materialien und Werkbänken ausgestattet werden konnte, hat die Bodenseeschule mit Unterstützung von regionalen Handwerkern und Firmen einen LKW voll mit Werkzeugen auf den Weg nach Afrika geschickt. Mithilfe des Ausrüstungsmaterials ist es den Berufsschülern jetzt möglich in den Gewerken Schlosser, Schreiner und Maurer eine Ausbildung zu machen. Im September 2017 begann die lange Fahrt des LKWs und nachdem der lange, bürokratische Weg mitsamt staatlicher Genehmigung, dass das alte, ungenutzte Krankenhaus in Ihube zur Schule umgebaut werden durfte, beendet war, war eigentlich für vergangenes Jahr die Eröffnung geplant. „Und dann kam Corona“, sagt Andreas Glatz.

Die Lockdown Maßnahmen trafen die dortige Bevölkerung noch viel härter als in den hiesigen Breitengraden. „Das ganze wirtschaftliche Leben brach zusammen, sämtliche Läden, auch Lebensmittelgeschäfte waren geschlossen“. Unterernährung und Hunger waren die Folge. „Deshalb haben wir unsere Mittel in die Nothilfe von Ihube gesteckt“, und Father Josephat habe dann vor Ort Lebensmittelpakete organisiert und dafür gesorgt, dass die Kinder etwas zu essen hatten. Corona ist auch in Nigeria immer noch ein großes Thema, aber jetzt würde auch wieder so etwas wie Alltag einkehren.

Die erste Ausbauphase sei jetzt abgeschlossen. „Die Gebäude des alten Krankenhauses sind zwar noch nicht alle renoviert, aber es ist so weit, dass die Schule jetzt durchstarten kann“. Das „St. Martin Hope College of Technology“ nimmt ihre Arbeit auf. Neben den bereits genannten Gewerken ist weiterhin geplant die Fachrichtungen Mode/Design, Hauswirtschaft und Informatik zu etablieren.

„Es ist wichtig jungen Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben“, erklärt Andreas Glatz. Viele Jugendliche wären nach der Schule arbeitslos. Das St. Martin Hope College, biete ein solche Perspektive. Die jungen Menschen erhielten dort ein fachliche Ausbildung im dualen System. Es sei auch möglich dort ein Abitur zu machen. „Zunächst geht es darum den Jugendlichen zu helfen, damit sie nicht auf der Straße landen. Aber natürlich ist das auch ein Projekt, dass mittel- und langfristig angelegt ist“. Durch sie solide Ausbildung sei es möglich, dort den Mittelstand zu stärken. „Vielleicht machen sich ja einige später selbstständig“, schließt Andreas Glatz.

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