Die 0:3-Heimniederlage ist noch nicht ganz verdaut

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VfB-Trainer Vital Heynen zeigt es deutlich an: Auszeit. Der Belgier musste gegen die Alpenvolleys oft Klartext mit seinen Spiel
VfB-Trainer Vital Heynen zeigt es deutlich an: Auszeit. Der Belgier musste gegen die Alpenvolleys oft Klartext mit seinen Spielern reden. (Foto: Guenter Kram)

Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen gehen im Play-off-Halbfinale gegen die Alpenvolleys mit 1:0 in Führung. Im Modus „best of three“ steht das Team im Endspiel um die deutsche Meisterschaft, das zuerst zwei Siege hat. Das 3:1 (21:25, 25:14, 25:22, 25:18) vor 1349 Zuschauern in der ZF-Arena war ein hartes Stück Arbeit. Souverän sieht anders aus.

Im Italienischen gibt es ein Zitat: „Wer gewinnt, der feiert, wer verliert, muss sich erklären.“ Obwohl der VfB Friedrichshafen zu 50 Prozent im Finale steht, gab es nach der holprigen Partie am Sonntagnachmittag Erklärungsbedarf. „Wir haben oftmals sehr schluderig gespielt. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass wir alle müde waren, und deshalb sind uns viele Dinge nicht gelungen“, sagte VfB-Außenangreifer David Sossenheimer. „Wir haben vieles vermissen lassen, was uns auszeichnet. Das Spiel war viel Kampf und Krampf. Wir können das deutlich besser“, meinte VfB-Zuspieler Simon Tischer. „Ich habe gewusst, dass wir uns nach der deutlichen Niederlage in der Champions League am vergangenen Dienstag gegen Zaksa und dem Aus schwer tun. Im Kopf haben wir das 0:3 verarbeitet, aber es liegt uns allen noch schwer im Magen. Wir haben das wichtigste Play-off-Spiel gewonnen. Jetzt kann es nur besser werden“, betonte Heynen.

Was lief denn beim VfB Friedrichshafen nicht rund? Im ersten Satz war es vor allem die hohe Fehlerquote, die man so vom VfB nicht gewohnt ist. Hypo Tirol Alpenvolleys Haching machte im Aufschlag keine Fehler, dafür aber vier Asse. Im Angriff spielt der Gast solide, während der VfB viele Bälle nicht auf dem Boden brachte. Vor allem der belgische Außenangreifer Oscar Igor Grobelny war fast nicht zu halten. Und auch die Annahme war bei den Häflern nicht sattelfest.

Gäste verkrampfen und finden nicht zu ihrem guten Spiel zurück

Die Gäste, die sich frisch und munter präsentierten, ließen dann in Satz zwei alles vermissen, was sie zuvor ausgezeichnet hatte. „Wir waren überrascht, wie leicht es ging, einen Satz beim VfB zu gewinnen. Danach haben wir uns unnötigerweise verkrampft und nicht mehr so gespielt, wie in Durchgang eins“, meinte der beste Punktballspieler der Partie, Grobelny (19 Punkte).

Nach dem leichten Gewinn von Satz zwei (25:14) waren es nach ausgeglichenem Verlauf Zuspieler Simon Tischer und Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz, die im dritten Durchgang die wichtigen Punkte zum 24:21 machten. David Sossenheimer beendete den Satz. Wer nun gedacht hatte, dass die Gäste sich schon ergeben würden, der sah sich getäuscht. Der VfB führte im vierten Durchgang zwar mit 17:13, doch die Alpenvolleys kamen auf 16:17 heran. Gegen Ende des Durchganges war es Diagonalangreifer Daniel Malescha, kam beim Stand von 17:13 für Boladz, der den Dreierblock der Alpenvolleys zweimal überwand. Der beste Spieler der Gäste, Grobelny, drosch den ersten Matchball ins Aus. „Meine Mannschaft hat gut gespielt, und wir werden am Mittwoch (19 Uhr) den VfB mächtig ärgern, um ein drittes Spiel zu erzwingen“, sagte Alpenvolleys- Trainer Stefan Chrtiansky.

Zuspieler Simon Tischer, Diagonalangreifer Bartlimiej Boladz, David Sossenheimer, Athanasios Protopsaltis, Andreas Talvam, Philipp Collin und Libero Markus Steuerwald sind gewarnt.

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