Gut besucht ist die Maikundgebung auf der Uferstraße und der Musikmuschel.
Gut besucht ist die Maikundgebung auf der Uferstraße und der Musikmuschel. (Foto: sig)
Siegfried Großkopf

Als richtige Botschaft hat Kai Burmeister von der IG Metall-Bezirksleitung in Stuttgart auf der Uferstraße das DGB-Motto des 1. Mai „Europa. Jetzt aber richtig“ bezeichnet. Die Gewerkschaften sagten „Nein“ zu demokratieverachtenden und rassistischen Rechtspopulisten, die er eine „Geisel unserer Tage“ nannte. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichs- hafen-Oberschwaben, Enzo Savarino, lobte die Erfolge der Gewerkschaften, die eine positive Rolle in der Arbeitswelt spielten.

Savarino ging kurz vor den Europawahlen ebenfalls auf die Rechten und deren Orientierung ein, durch deren Aussagen man sich Erfolge nicht zerreden lassen solle. „Wir leben in einem Land, das Erfahrungen mit Migration gesammelt hat“, betonte er, und stellte fest, dass die Migranten das Land „gut angereichert“ haben. Den Rechtspopulisten warf er vor, durch ihre falsche Politik Europa zu gefährden.

„Der Reichtum wächst, aber die Gerechtigkeit nicht“, kritisierte Kai Burmeister und stellte fest, dass in Deutschland nicht alles in Ordnung sei. So sei die Kaufkraft der 40 Prozent der unteren Einkommen nicht gestiegen, gegen Steuerflucht werde nicht vorgegangen, außerdem vermisse er große Reformen für mehr Gerechtigkeit. Er forderte, atypische Beschäftigungsverhältnisse abzubauen. Es gehe nicht um Sozialneid, aber gegen obszöne Reichtumsverteilung und einen Finanzmarktkapitalismus, sagte er. Vielen Senioren drohe Altersarmut und der Verlust des Lebensstandards, daher fordert er die die schnelle Einführung der Grundrente, eine Stärkung der gesetzlichen Rente und ein Ende der Diskussion, den Eintritt in die Altersrente auf 70 oder gar 72 Jahre zu verschieben.

Zukunftsvorsorge in Baden-Württemberg beinhalte auch einen sozialverträglichen Umbau in der Industrie. Burmeister nannte den „Diesel-Software-Betrug“ eine Katastrophe mit einer zunehmenden Unsicherheit ums Auto. Beim Klima befinde man sich auf dem falschen Weg, und so forderte er ehrgeizige Einsparziele und deren schnelle Umsetzung, nachdem eine ökologische Modernisierung verschleppt worden sei. „Wir haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, unterstützt er die Kinder, die derzeit mit ihren „Fridays For Future“-Demos für mehr Klimaschutz kämpfen und die Unterstützung der Gesellschaft verdienten. Letztere sollten sich auf den Weg nach Berlin und dort Druck machen.

„Wir brauchen ein besseres Europa“, sagte er. Europa brauche soziale Gerechtigkeit im Inneren und Offenheit nach Außen. Deutsch-Tümmelei und Hetze gegen Minderheiten mache ihn wütend. Gegen Dummheit und Menschenverachtung sollte Widerstand geleistet werden, forderte er. Es gehe um eine Welt der Lebensperspektiven für alle Menschen.

Die Band „Dicke Fisch“ machte unter einem blauen Himmel wieder einmal eine prima Musik.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen