Der perfekte Mann für die anspruchslose Frau

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 Lisa Feller erzählt aus ihrem Leben, erklärt anschaulich den Unterschied zwischen Mann und Frau und die Freude mit dem Nachwuch
Lisa Feller erzählt aus ihrem Leben, erklärt anschaulich den Unterschied zwischen Mann und Frau und die Freude mit dem Nachwuchs. (Foto: lys)
Lydia Schäfer

Lisa Feller tourt derzeit durch Süddeutschland. Im Bahnhof Fischbach begab sie sich nach einem Auftritt in Konstanz in ihrem Programm „Der Nächste bitte“ auf Männerschau. Genauer gesagt, auf die Suche nach dem ultimativen Pendant für eine ultimative Frau. Dabei ist sie nicht anspruchsvoll, nur perfekt müsste er sein. „Der Nächste bitte“ ist ein verbaler Rundumschlag über Männer und Frauen, echte Freundinnen und falsche Kindergartenmütter, Liebeskummer und -freuden.

Sicherlich alles Themen, die schon von jedem Comedian in irgendeiner Weise durchgekaut wurden. Aber letztendlich sind es auch Themen, denen jeder in seinem Alltag begegnet. Als geschiedene Frau und alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen betrachtet Feller das Leben durch eine pragmatische und humorvolle Brille. Die Unterschiede beginnen schon früh, sagt sie aus ihrer Erfahrung als Mutter. Kleine Töchter können sich stundenlang mit Bügelperlenbildern beschäftigen, während Jungs ausprobieren, wieviel man sich von den Perlen aufeinmal in die Nase stecken kann. Schwungvoll präsentiert sie ihr Programm, scheint die Hände nicht ruhig halten zu können und hat Spaß an ihren eigenen Gags. Das überträgt sich aufs Publikum. „Ich komme aus Münster, einer Stadt von der Didi Hallervorden mal gesagt hat, dass sie so langweilig ist, dass selbst die Tauben zum Kacken nach Dortmund fliegen“, stellt sie sich vor. Auch wenn Lisa Feller nicht stellvertretend für die Münsteraner steht, irrt Hallervorden hier – auch wenn das vielleicht der einzige Irrtum ist, dem er erliegt. Quirlig läuft Feller auf der Bühne hin und her, bindet die Zuschauer mit ein und sprüht vor guter Laune.

Lisa Feller ist seit 2013 neue Moderatorin des NDR Comedy Contests. Außerdem ist sie täglich in der Radiocomedy „Mama fragen kostet nix!“ bei den NRW-Lokalradios zu hören und gelegentlich zu Gast in Shows wie „Quatsch Comedy Club“ „Nightwash“, „Ottis Schlachthof“ und „Ladies Night“. Des Weiteren ist sie bereits in den TV-Formaten „Schillerstraße“, „Tatort“ und „Schloss Einstein“ zu sehen gewesen, ist Mitglied des Improvisationstheaters „placebotheater“ in Münster und ein bekennender Süßigkeiten-Junkie. Im süddeutschen Raum ist sie live noch nicht so bekannt wie in den nördlichen Gefilden der Republik, aber das wird sich ändern. Lisa Feller schafft die Gratwanderung Themen unterhalb der Gürtellinie charmant zu umschreiben und dabei nicht in flache Plattitüden zu verfallen. Zugebenermaßen ist ihre Umschreibung von zwischenmenschlichen Interaktionen vor dem Kamin auf einem Kunst-Flokati-Teppich hier die Ausnahme, aber mit ihrem Wortwitz überzeugt sie. Mit Wortschöpfungen wie „Kitaflohmarktvorbereitungstreffen“, deren Hauptanliegen es ist, festzustellen, wer welchen Kuchen in wie auch immer gearteter Form backt oder die Beschreibungen eines Mannes, der aussah wie „Tim Wiese im Neoprenanzug“, schafft sie Bilder im Kopf. Dabei fasst sie nicht nur anderen, sondern insbesondere sich selbst an die Nase, wenn es darum geht Fehlverhalten und angeborene Instinkte zu analysieren. Das war kein tiefgründiges Kabarett, aber ein unterhaltsamer und witziger Abend mit hohem Comedyfaktor, gespickt mit Männerwitzen über die das „starke Geschlecht“ auch lachen konnte.

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