Brigitte Geiselhart

Mal ehrlich: Wer hat als Kind nicht mit diesen kleinen Steinchen gespielt, die eine ganze Welt bedeuten können. Und manch einen hat die Leidenschaft fürs Lego-Bauen auch im Erwachsenenalter nicht losgelassen. Das hat sich bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Klötzlewelten“ mit dem Schwerpunkt „Luft- und Raumfahrt“ im Dornier-Museum am vergangenen Samstag eindeutig gezeigt. Viele glänzende Augen hat man jedenfalls gesehen – vor allem bei Kindern, aber auch bei zahlreichen Vätern und Großvätern.

Zum Beispiel bei allen Star Wars Fans und beim Blick auf die Arena des Planeten Geonosis, wo Anakin Skywalker, Padme Amidala und Obi Wan Kenobi gegen einheimische Tiere kämpfen, währen die Geonosianer kräftig applaudieren. Erbaut worden ist das Lego-Kunstwerk - passend zur „Episode 2“ - von Volker Beker. Er und seine Vereinskollegen der „Klötzlebauer“ aus Ulm und Ludwigsburg haben für die Sonderausstellung aber auch andere beeindruckende Bauwerke und Fahrzeuge aus der Welt der Luft- und Raumfahrt in akribischer Arbeit zusammengestellt. „Lego ist etwas für alle Generationen“, weiß Beker aus Erfahrung. „Der größte Aufwand ist für uns eigentlich immer die Materialbeschaffung. Da ist man manchmal wochenlang beschäftigt, um die benötigten Einzelteile zusammenzubekommen und muss sich in der ganzen Welt umschauen“, sagt er. Über mangelnde Nachfrage nach Ausstellungsobjekten kann sich sein Verein, der um die 80 Mitglieder hat, nicht beklagen. „Wir sind für die nächsten zweieinhalb Jahre nahezu ausgebucht“, betont Volker Beker.

Voll in ihrem Metier fühlen sich jedenfalls viele jüngere und ältere Museumsbesucher. So wie der siebenjährige Elias. Er ist zusammen mit seinem Papa Albert Lederer aus Laupheim gekommen. Der „Sternenzerstörer“ hat es ihm besonders angetan. „Ich habe zu Hause schon einen Imperialistischen Läufer mit vier Beinen gebaut“, erzählt er mit berechtigtem Stolz. Ganz auf ihre Kosten kommen auch die beiden siebenjährigen Zwillinge Tim und Max aus Ravensburg, die den Besuch im Dornier Museum als Geburtstagsüberraschung von ihren Eltern Manuela und Florian Deger geschenkt bekommen haben. Zusammen mit ihrem vierjährigen Bruder Jan können auch sie sich kaum satt sehen. Der „Flughafen“ gefällt ihnen wirklich sehr gut. Hier trifft man auf alles, was zum Thema dazugehört – Flugzeuge, Hubschrauber, Tankwagen und andere Gerätschaften, natürlich auch auf einen Tower und sogar eine sich in Windeseile bewegende Eisenbahn. „Klötzlebauer“ Mario Steidle hat dazu in wochenlanger Arbeit rund 10 000 Lego-Steine verbaut. „Der kleine Junge wird niemals groß“, sagt er und gibt gerne zu, dass ihn Lego mit seinen vielen technischen Möglichkeiten nach wie vor fasziniert. Aber nicht nur Männer sind für den Lego-Virus anfällig. Dass seine Frau ganz stolz darauf ist, einen „Knight Rider“ aus längst vergangener Hasselhoff-Zeit zusammengebaut zu haben, lässt Marius Seidel augenzwinkernd durchblicken. Als Besucher der Sonderausstellung kann man es aber auch ruhiger angehen lassen. Die zehnjährige Kimara und ihre neunjährige Schwester Jocelyn aus Friedrichshafen, die mit Papa und ihrem kleinen Bruder gekommen sind, haben am Spieltisch Platz genommen und sind eifrig dabei, das eine oder andere selbst zusammenzubauen. Und dann wird es fast ein wenig schaurig, aber umso spannender. Lebensgroße Star Wars-Trooper der 501. German Garnison sind erschienen und patrouillieren mit ihren originalen Anzügen und Kostümen durch die Sonderausstellung im Dornier-Museum. Die ultimative Chance auf ein ganz besonderes Foto fürs Familienalbum kann man sich natürlich nicht entgehen lassen.

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