Dribbeln, Sprung und Korb: „Das ist schon eine gute Show, die die Harlem Globetrotters da zeigen“, bilanziert der Tettnanger Basketballspieler Steffen Weber in der Halbzeitpause. Faszinierend seien vor allem die Achterläufe, wie die Basketballspieler aus Tettnang das kreisrunde Abspiel nennen, das von den Zuschauerrängen so locker und flüssig aussieht und in Wirklichkeit doch so schwierig ist. Die Profis aus den USA haben es einfach drauf. Vor mehr als 80 Jahren gegründet, haben die legendären Harlem Globetrotters bis heute mehr als 22 000 Spiele in 118 Ländern absolviert. 1951 spielte die Basketball-Showgruppe im Berliner Olympiastadion vor rund 75 000 Zuschauern, einer der größten Kulissen, die es je beim Basketball gegeben hat.

„Die große Zeit ist vorbei“

Doch von dieser Begeisterung ist in der ZF-Arena wenig zu spüren. „Mir scheint, die große Zeit des Basketballs ist vorbei. Als Michael Jordan in die nordamerikanische Profiliga zurückkehrte, blühte der Sport noch einmal auf“, sagt Basketball-Fan Alexander Al-Bahrani aus Uhldingen zu der doch recht zurückhaltenden Begeisterung in der ZF-Arena. „Die Jungs sind einfach anderes gewöhnt, in den USA spielen die vor ausverkauften Rängen“, ergänzt ein anderer Fan, der die Show als „geil“ bezeichnet. Womöglich wäre es besser gewesen, die Show in Konstanz „abzuziehen“, so die Idee von Al-Bahrani. Schließlich spielen die dortigen Basketballer in der Regionalliga, was sicher mehr Zuschauer in die Halle getrieben hätte.

Zwei Stunden lang kombinieren die Harlem Globetrotters ihr Spiel mit Slapstick-Einlagen, wettern lauthals gegen den Schiedsrichter, winken mit aufgerissenen Augen dem Publikum zu, bekommen Schelte von einem der Urgesteine der Globetrotters, der mit seinem Krückstock immer wieder ins Spiel eingreift, und ziehen letztlich eine krummbucklige Frau aus den Zuschauerrängen, damit sie gegen die Profis antritt. Und siehe da: Die Grauhaarige im grünen Mantel trickst einen Globetrotter nach dem anderen aus und trifft gekonnt den Korb. Wen wundert’s? Unter der Verkleidung kommt einer der Mitspieler raus, der beim Korbwurf sein Trikot samt Hose verloren hat. Der Lacher ist programmiert.

Auch wenn das gemeine Volk auf den Zuschauerrängen nicht so wild schreit wie in den USA, so begeistert es doch manchen: „Ich habe es zuvor nur aus Videos gekannt“, sagt Volker Spät aus Aach bei Singen, „das ist was für die ganze Familie, und selbst kleine Kinder haben ihren Spaß dabei.“ Seit 2003 tourt die legendäre Basketball-Gruppe wieder quer durch Deutschland. Pro Jahr bestreiten die Harlem Globetrotters rund 300 Spiele vor insgesamt rund drei Millionen Basketballfans, ohne dass dabei die unzähligen Fernsehzuschauer mitgezählt sind. Die Häfler scheinen einfach mehr auf Volleyball zu stehen.

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