Professor Wolfgang H. Schulz von der ZU bei der Veranstaltung „Schöne neue Mobilität“.
Professor Wolfgang H. Schulz von der ZU bei der Veranstaltung „Schöne neue Mobilität“. (Foto: sig)
Siegfried Großkopf

Um die Mobilität der Zukunft ging es am Donnerstagabend in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion der Initiative #bodenseeinnovativ des Instituts für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Bodenseekreis (KEB), dem Karl-Maybach-Gymnasium (KMG) sowie dem Lehrstuhl für Mobilität, Handel und Logistik der Zeppelin-Universität (ZU) im KMG-Cinema.

Eine der diskutierten Fragen: Welche Vorteile, aber auch Folgen hat es, wenn Autos sich selbst steuern und autonom fahren? Dabei hatte Betriebsseelsorger Werner Langenbacher die Aufgabe, als Moderator wegen eines knappen Zeitrahmens zunächst drei Referenten und schließlich sechs Podiumsteilnehmer zu knappen Statements zu drängen.

Vor dem Heilsversprechen – dem autonomen Fahren – gibt es ganz viel Technik, stellte der ehemalige BMW-Mann Professor Dirk Wisselmann seinen Ausführungen voraus. Das Auto kann nicht alles: Ein Auto voller Kameras und 23 Assistenzsystemen könne zwar die Situation ums Auto herum zeigen, aber nicht Nebel durchdringen. Heutiger Stand der Technik sei, dass der Fahrer immer in der Verantwortung bleibe.

Professor Wolfgang H. Schulz vom Lehrstuhl Mobilität der ZU, stellte die provozierende Frage, ob wir die die Künstliche Intelligenz (KI) für die Mobilitätswende brauchen. Unsere Urgroßväter hätten auch ohne KI in 13 Jahren einen gigantischen technologischen Wandel vollzogen. Er streifte die lange Geschichte des autonomen Fahrens und nannte als Vorteile das Verhindern von Staus und weniger Unfälle. Unfallursache heute sei in 86 Prozent Fehlverhalten des Fahrzeugführers. Durch autonomes Fahren würden sich viele heutige Sicherheitseinrichtungen im Auto erübrigen, würden die volkswirtschaftlichen Kosten des Autos sinken, könne der Einzelne viel Geld sparen. Kritik übte er daran, dass Deutschland für die Renaissance des Individualverkehrs weniger Geld ausgebe als eine einzige amerikanische Militärbehörde.

Susanne Kuhnert von der Hochschule der Medien in Stuttgart betrachtete autonome Fahrzeuge unter ethischen Gesichtspunkten. „Eine perfekte Technik gibt es nicht“, sagte Kuhnert, die nach der Verantwortung fragte. „Kann die Maschine Schuld tragen“? Nach dem Strafrecht stehen Menschen in der Verantwortung. Danach trage der Fahrer die Verantwortung, nicht der Hersteller.

In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Professor Simon Ottler von der wissenschaftlichen Leitung des Zentrums für empirische Kommunikationsforschung der DHBW Ravensburg von einer Umfrage. Auch vor dem Hintergrund des Testfelds Friedrichshafen und der Industrie vor Ort sind die Häfler Technik gegenüber aufgeschlossen, und empfinden das Auto nicht als Stress.

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