Haben bei der Juniorwahl ihre Stimme abgegeben: Timo Segelbacher, Manuel Hecht, Jessica Geppert und Gemeinschaftskundelehrerin B (Foto: jaz)
Schwäbische Zeitung
Amelie Hagel

Starke Wahlbeteiligung im Graf-Zeppelin-Gymnasium (GZG) in Friedrichshafen: Seit Montag dürfen mehr als 200 Schüler der Klassen neun, zehn und der Kursstufe I bei der Juniorwahl ihre Stimme abgeben – noch bis morgen hat das Schüler-Wahllokal geöffnet.

Die Aktion ist hoch im Kurs. Bereits seit Anfang 2000 nehmen die GZG-Schüler an den Wahlen teil. Dabei herrschen die gleichen Wahlgrundsätze wie bei den Erwachsenen: Allgemein, unmittelbar, frei, geheim und gleich. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Stimmen nicht zählen. Doch das finden die Schüler nicht schlimm. Der Großteil der Jugendlichen findet das Wahlrecht ab 16, das momentan im Gespräch ist, nicht sinnvoll. Vorteile hat die Simulation des Wahlvorgangs allemal. Laut wissenschaftlicher Studien habe die Juniorwahl die Wahlbeteiligung in der Gruppe der Erstwähler um bis zu 9,2 Prozent gesteigert. Brigitte Irro-Widmer, Gemeinschaftskundelehrerin am GZG ist der Meinung, dass den Schülern auf diese Weise die Scheu genommen wird. „Die Juniorwahl ist eine gute Möglichkeit, die Schüler in den Wahlvorgang einzuführen“, erklärte sie.

Wie die Erwachsenen geben die Schüler ihre Erst-, und Zweitstimme für Kandidat und Partei ab. Mehr als 500000 Schüler nehmen dieses Jahr an der Junior-Bundestagswahl teil. Eine Rekordbeteiligung. „Die Teilnehmerzahl bei der Juniorwahl verdoppelt sich von Wahl zu Wahl“, sagt Projektleiter Gerald Wolff. „Von Politikverdrossenheit bei Jugendlichen ist bei uns jedenfalls nichts zu merken. Im Gegenteil – mit der entsprechenden Finanzierung hätten sogar noch 300 Schulen mehr teilnehmen wollen“, fügt er hinzu.

Seit 1999 wird das Projekt bundesweit zu allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen veranstaltet. Es zählt zu den größten Schulprojekten in Deutschland. Die Junior-Bundestagswahl 2013 steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages Norbert Lammert.

Früchte trägt die Aktion auch bei den Eltern der Schüler. Bei ihnen konnte eine Steigerung der Wahlbeteiligung um durchschnittlich vier Prozent nachgewiesen werden. Das liegt wohl an den politischen Diskussionen in den Familien, die durch die Juniorwahl angeregt werden.

Das Wahlergebnis wird am Sonntag, 22. September, veröffentlicht: www.juniorwahl.de

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