Debatte über Museumskonzept für Friedrichshafen auf den Herbst verschoben

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Soll größer werden: das Zeppelin-Museum.
Soll größer werden: das Zeppelin-Museum. (Foto: Archiv- Anja Köhler)
Schwäbische Zeitung
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Wie geht’s weiter in Sachen Museumskonzept? Darüber sollte der Gemeinderat noch im Juli beraten. Jetzt teilt die Stadtverwaltung mit, dass ein entsprechender Grundsatzbeschluss erst nach den Sommerferien fällt.

Bei der Eröffnung der Maybach-Ausstellung im Herbst 2017 wurde die Zusammenarbeit der Stadt Friedrichshafen, der Familie Schmid-Maybach und der Maybach-Stiftung offiziell bekannt gegeben: Mit dem Zeppelin-Museum wollen sie eine Konzeption erarbeiten, um Leben und Werk von Wilhelm und Karl Maybach in einer dauerhaften Präsentation zeigen zu können. Zugleich plant die Stadt die Weiterentwicklung des Museums. Alle Beteiligten haben kürzlich laut einer Mitteilung aus dem Rathaus in einer Projektgruppe ihre Vorarbeiten abgeglichen. Ziel: „Vorbereitung eines öffentlichen Grundsatzbeschlusses im Gemeinderat für ein zukunftsweisendes Museumskonzept.“ Ob auch das Dornier-Museum und die geplante „Landshut“-Ausstellung zum RAF-Terror Teil der Überlegungen war, teilt die Verwaltung nicht mit.

Oberbürgermeister Andreas Brand hatte die Idee einer Weiterentwicklung des Zeppelin-Museums 2017 vorgestellt und betont, dass eine „ausgereifte Konzeption“ Zeit brauche. Denn die werde sich nicht nur räumlich und stadtplanerisch im Hinteren Hafen auswirken, sie müsse auch konzeptionell und inhaltlich durchdacht und vorbereitet sein: „Die Weiterentwicklung am Hinteren Hafen muss architektonisch und gestalterisch stimmig und überzeugend sein – und im wahrsten Sinne des Wortes bei den Bürgerinnen und Bürgern genauso gut ankommen wie bei den zukünftigen Museumsbesuchern“, sagt Brand.

Besonderes Gewicht sollen – neben Zeppelin, Stadt- und Industriegeschichte – Leben und Werk von Wilhelm und Karl Maybach erhalten. So ist es auch in der Erklärung formuliert, die 2017 von der Stadt sowie Maybach-Tochter Irmgard und deren Sohn Ulrich Schmid-Maybach vereinbart worden war: „Die Familie Maybach und die Stadt Friedrichshafen haben den gemeinsamen Wunsch, am Standort Friedrichshafen dem Gedächtnis an das Lebenswerk der beiden Visionäre Wilhelm und Karl Maybach einen würdigen Rahmen zu geben.“

Derzeit bauen die Familie Schmid-Maybach, der Freundeskreis Maybach-Museum und weitere Unterstützer eine Sammlung auf. Präsentieren möchte die Maybach-Stiftung Beispiele für Innovationen, mit denen Wilhelm und Karl Maybach und ihre Mitarbeiter in Friedrichshafen Mobilitätsgeschichte schrieben.

SVT im Hafenbahnhof

Dazu zählt als größtes Sammlungsobjekt ein SVT-Schnellzug der Baureihe Köln. Züge wie dieser revolutionierten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Reisen. Mit ihren Maybach-Dieselmotoren lösten sie die Dampflokomotive ab und brachten Bahnreisende bei Spitzengeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern so schnell wie nie zuvor von einem Ort zum anderen. Ziel ist es, den „Fliegenden Kölner“ am Hafenbahnhof in das Museumskonzept zu integrieren. „Mit solch außergewöhnlichen Exponaten und einer zeitgemäßen Ausstellungskonzeption wollen wir den besonderen Maybach-Geist spürbar machen – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger Friedrichshafens als auch für Technikenthusiasten aus aller Welt “, erklärt Ulrich Schmid-Maybach.

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