„Davon kommen wirklich rund 98 Prozent von Häfler Spendern“

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Jugendreferentin Sabine Zwick und Stadtdiakon Ulrich Föhr präsentieren dem Katholischen Gesamtkirchengemeinderat ihre Jahresberi
Jugendreferentin Sabine Zwick und Stadtdiakon Ulrich Föhr präsentieren dem Katholischen Gesamtkirchengemeinderat ihre Jahresberichte. (Foto: Wilfried Geiselhart)
wgh und Wilfried Geiselhart

Wer kennt sie nicht, die „Aktion Ferienspiele“, die auf dem städtischen Gelände in Weilermühle seit Jahrzehnten für herrliches Ferienvergnügen unzähliger Kinder gesorgt hat. Getragen wird die Aktion von der Katholischen Gesamtkirchengemeinde – federführend ist hier Jugendreferentin Sabine Zwick gefragt. Wie umfangreich sich die Arbeiten für Vorbereitung und Durchführung der zwei jeweils zweiwöchigen Aktionen gestalten, das erläuterte die Jugendreferentin in der jüngsten Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats.

So waren in diesem Jahr insgesamt 92 vorwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter im Alter von 16 bis 35 Jahren beteiligt, von denen viele schon seit Jahren bei der Stange bleiben. Von den maximal zur Verfügung stehenden 416 Plätzen blieben in diesem Jahr leider rund 40 Plätze ungenutzt. Als mögliche Ursache macht Sabine Zwick den langen und vielleicht zu späten Anmeldetermin aus. Deshalb will man im kommenden Jahr das Anmeldeverfahren beschleunigen und bereits Ende Januar zum Abschluss bringen – auch um damit die Urlaubsplanung für die Eltern zu erleichtern.

Jeweils um ein halbes Jahr nach unten verschoben wird auch die Altersspanne. Die teilnehmenden Kinder sollen demnach künftig zwischen sechs und zwölf Jahren sein. Rund 20 Prozent der verfügbaren Plätze sind Belegplätze von ZF, MTU oder Jugendamt. In beiden Aktionen werden im nächsten Jahr auch jeweils drei Inklusionsplätze bereitgestellt. Darüber hinaus will man eine zusätzliche Kleinkindergruppe für Drei- bis Fünfjährige einrichten. „Dass in Weilermühle sowohl Kinder als auch Mitarbeiter jede Menge Spaß haben, daran wird sich nichts ändern“, ist sich Sabine Zwick sicher.

Dass auch eine reiche Stadt wie Friedrichshafen nicht von Armut verschont ist, davon berichtete Stadtdiakon Ulrich Föhr. So ist die Anzahl seiner Klienten von 170 im Jahr 2018 in diesem Jahr (Stand 27. November) bereits auf 209 gestiegen. 938 Gesprächstermine führte er im vergangenen Jahr, die aktuelle Zahl liegt schon wieder bei 860. Vergleichsweise klein ist nach wie vor die Zahl der Menschen über 65 Jahren, die sich in ihrer finanziellen Not an ihn wenden – sie liegt auch in diesem Jahr bisher bei unter 30.

Wie hilfreich die von Katholischer Kirche, Evangelischer Kirche und der „Schwäbischen Zeitung“ getragene Aktion „Häfler helfen“ seit nunmehr 17 Jahren ist, auch darauf ging Ulrich Föhr in seinem Jahresbericht ein und vermeldete, dass die laufende Aktion, die erst vorwenigen Tagen offiziell gestartet wurde, bereits jetzt an der Spendensumme von 20 000 Euro kratzt. 2018 waren insgesamt 107 000 Euro zusammengekommen. „Davon kommen wirklich rund 98 Prozent von Häfler Spendern“, betonte der Stadtdiakon.

Rund 88 Prozent der Geldbeträge, die Föhr den Bedürftigen auf Nachweis aushändigt, sind recht bescheidene Summen zwischen 25 und 100 Euro. „Am liebsten aber sind mir unbare Transfers. Dann weiß ich auch sicher, dass das Geld an der richtigen Stelle ankommt“, sagte der Stadtdiakon und meint damit zum Beispiel Überweisungen, wenn also etwa die fällige Stromrechnung nicht bezahlt werden konnte.

Auf einem guten Weg ist auch die von Ulrich Föhr initiierte „Kultur-Tafel“, die auf Einkommensnachweis kostenlose Eintritte für kulturelle Veranstaltungen ermöglicht. Die Anzahl der „Gäste“ hat sich demnach im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und liegt mittlerweile bei 56 Erwachsenen und 19 Kindern. Aber es gibt noch Luft nach oben. So konnten von verfügbaren 452 Karten aber immerhin 362 Karten – rund 80 Prozent – vermittelt werden.

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