Das Ziel lautet: Schnelles Internet für alle

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 So schnell wie möglich sollen alle Friedrichshafener Haushalte über einen gigabitfähigen Internetanschluss verfügen.
So schnell wie möglich sollen alle Friedrichshafener Haushalte über einen gigabitfähigen Internetanschluss verfügen. (Foto: Jan Woitas)

Die Breitbandversorgung in Friedrichshafen ist im Vergleich zu anderen Kommunen zwar ziemlich gut, nach Einschätzung von Oberbürgermeister Andreas Brand dank des T-City-Projekts sogar „hervorragend“, weiße Flecken gibt es aber dennoch. Die will die Stadt nun mithilfe von Fördergeldern von Bund und Land beseitigen. Zielvorgabe des OB: Möglichst schnell alle Haushalte mit gigabitfähigen Anschlüssen auf einen Standard bringen.

Laut der im Finanz- und Verwaltungsausschuss vorgestellten Studie der tktVivax GmbH verfügen von insgesamt 11 400 Haushalten in Friedrichshafen 10 540 über einen gigabitfähigen Anschluss oder werden innerhalb der nächsten drei Jahre mit einem solchen versorgt. Mit diesen Anschlüssen sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde erreichbar. Bei den restlichen 860 Haushalten gilt es zu unterscheiden zwischen jenen mit Bandbreiten unter 30 Mbit/s und über 30 Mbit/s. Denn diese Grenze entscheidet, ob eine Kommune in den Telekommunikationsmarkt eingreifen darf oder nicht.

In 680 Haushalten sind der Stadt Friedrichshafen deshalb zunächst die Hände gebunden, weil dort Anschlüsse mit Downloadgeschwindigkeiten über dieser Grenze erreichbar sind. Da allerdings davon auszugehen ist, dass diese Eingriffsschwelle alsbald erhöht werden wird, empfiehlt die tktVivax GmbH der Stadt, die Zwischenzeit zu nutzen, um schon mal eine Planungsgrundlage für den Aufbau einer Glasfaserinfrastruktur zu schaffen, damit sie dann umgehend handeln kann.

90 Prozent aus Fördermitteln

Bereits jetzt handeln darf und will die Stadt in Bezug auf jene 180 Haushalte, die unter der Eingriffsschwelle liegen. Und zwar nach dem so genannten Wirtschaftlichkeitslückenmodell. Das sieht so aus, dass der Infrastrukturausbau bis zum Endkunden und der Netzbetrieb zusammen ausgeschrieben und an ein Unternehmen vergeben werden. Den Investitionskosten für den Infrastrukturausbau werden die Einnahmen bei sieben Jahren Vertragslaufzeit gegenübergestellt. Die sich daraus ergebende Wirtschaftlichkeitslücke kann dann zu 50 Prozent über Fördermittel des Bundes und zu 40 Prozent über solche des Landes Baden-Württemberg geschlossen werden. Etwa 400 000 Euro würden dann noch an der Stadt Friedrichshafen hängen bleiben.

Am geplanten Zweckverband Breitband Bodensee will sich Friedrichshafen nicht beteiligen. Zweck dieses Verbands soll vor allem der Aufbau eines so genannten Back-bone-Netzes, einer regionalen Hauptleitung, sein. Aus Sicht der Häfler Stadtverwaltung liegen die Herausforderungen beim Breitbandausbau aber nicht in einer fehlenden Backbone-Infrastruktur, sondern überwiegend in den lokalen Verteilnetzen. Dort sei die Breitbandversorgung wohl kreisweit am schlechtesten, weil es für die Netzbetreiber am unwirtschaftlichsten sei, hohe Ausbaukosten durch wenige neue Anschlüsse zu refinanzieren.

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