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Sie gehen jeden Tag ins Friedrichshafener Strandbad und das seit Jahren: Gruppen, die sich durch ihre Kinder oder im Sportverein kennengelernt haben oder schon länger befreundet sind. Laut Thomas Schlegel, Betriebsleiter des Strandbads, gibt es zehn bis 15 solcher Gruppen im Friedrichshafener Strandbad. Zu ihnen gehören die vier Müllers, die nur zufällig alle denselben Nachnamen haben und ihr „Anhang“, eine Gruppe von Freunden, die sich vom Sportverein kennen, und 14 Frauen, die über ihre Kinder in Kontakt kamen.

Direkt vor dem Eingang des Freibads auf einem kleinen Hügel ist eine Freibad-Gruppe, der bestimmt jeder Strandbadgänger schon einmal begegnet ist. Rolf, Maggy, Klemens und Beate Müller sind der Kern der Gruppe. „Wir haben uns vor 35 Jahren durch die Kinder kennengelernt, als die so zwei Jahre alt waren. Deswegen haben wir uns auch den Platz auf dem Hügel ausgesucht, um den Überblick zu haben“, sagt Klemens Müller. Mittlerweile habe sich die Gruppe durch die eigenen Kinder, Enkelkinder und Freunde vergrößert. Insgesamt 60 Leute treffen sich regelmäßig am angestammten Platz.

„Das Strandbad ist im Sommer unsere zweite Heimat“, sagt Rolf Müller. Die Gruppe habe unter anderem schon die Geburtstage ihrer Enkel dort gefeiert und um 14.30 Uhr sei immer „Weizen-Time“. Die Männer trinken Weizenbier, die Frauen Sekt. Sogar im Winter ist der Kern der Gruppe am Strandbad zu finden: „An Weihnachten treffen wir uns immer in der Nähe von unserem Stammplatz an einer Bank und trinken Sekt. Da lassen wir auch eine Rakete sausen“, erklärt Beate Müller.

Noch viel länger Stammgast im Strandbad ist die Gruppe, die am Seeufer unter einem großen Baum ihren Platz hat. Renate Meier, Hannelore und Albert Schmid und Erich und Nelly Buhmann sind schon seit 50 bis 60 Jahren regelmäßig im Bad. „Wir kennen uns vom Sportverein“, sagen die Frauen. Dieses Jahr sind sie schon über 30 Mal im Strandbad gewesen. „Das Panorama ist einfach herrlich und die Wasserqualität ist toll“, schwärmt Renate Meier. Albert Schmid sagt: „Wir haben die Bäume im Strandbad wachsen sehen. Anfangs war der Baum, neben dem wir unseren Platz haben, noch ganz klein“. Ihren Stammplatz verteidigen die Senioren von 11 bis 17 Uhr, aber das ist nicht ganz ernst gemeint. Wenn er schon belegt ist, finden die Rentner das auch nicht schlimm. „Wir sagen da natürlich nichts. Wir legen uns einfach daneben hin.“

Eine reine Frauen-Strandbad-Gruppe ist die von Andrea Rueff, Luci Beckesch und Conni Heise, die sich im Strandbad nicht fotografieren lassen wollten. Der Großteil ihrer 14-köpfigen Gruppe ist über 50 Jahre alt. Auch sie haben sich durch ihre Kinder kennengelernt. „Es war einfach nett, wenn man sich auf dem Spielplatz im Strandbad gegenseitig gekannt hat. Außerdem waren wir sowieso immer schon Strandbadgänger.“ Die drei Frauen sind fast jeden Tag da, wenn sie mit der Arbeit fertig sind. Ende August ist dann immer die Zeit, zu der die Freundinnen die ersten Lebkuchen im Strandbad essen, berichten sie.

Sie vermissen die Abende, an denen man länger als 20 Uhr bleiben durfte. „Das war immer ein Highlight, wenn die Durchsage kam, dass das Freibad länger aufbleibt als acht“, sagt Luci Beckesch. Conni Heise erinnert sich an eine ganz bestimmte Situation aus dem Strandbad. „Als ich schwanger gewesen bin, war ich bis zum letzten offenen Tag im Strandbad. Am nächsten Tag habe ich mein Kind geboren“, erinnert sie sich.

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