Das sagen die Häfler zur Zukunft des Lammgartens

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Als die Welt noch in Ordnung war: Im Lammgarten spielt die Musik nichtr nur bei großen Fußballspielen, wie hier beim WM-Spiel der Deutschen Mannschaft gegen Mexiko. (Foto: Foto (Archiv): Andy Heinrich)

„Der Lammgarten gehört zu Friedrichshafen“ – so eine der Reaktionen auf Facebook zum möglichen Ende des Biergartens am Ufer. Wir haben Stimmen, Kommentare, Meinungen zum SZ-Artikel in der Samstagsausgabe, in dem es darum ging, dass der Lammgarten der Neugestaltung des Uferbereiches zum Opfer fallen könnte, zusammengefasst.

Zwar war in der Berichterstatung auch die Rede davon, dass viele Ratsmitglieder den Lammgarten erhalten wollen, die Unsicherheit aber hat vor allem in den sozialen Medien die Häfler auf den Plan gerufen. Der Facebook-Nutzer „Uwe Köppe“ hat den Beitrag in der Gruppe „Friedrichshafen – damals, gestern, heute“ geteilt und viel Resonanz bekommen. In den 48 Kommentaren, samt aller Antworten zu einzelnen Beiträgen, sprechen sich bis auf vereinzelte Ausnahmen alle für den Erhalt des Lammgartens aus. Und diese Ausnahmen erklären, dass eine Entscheidung über die Zukunft des Lammgartens noch nicht gefallen ist.

In der Tat finden derzeit Gespräche zwischen jetzigem Pächter und der Stadt statt, erst im Herbst werden die Pläne erneut öffentlich diskutiert. Eine Entscheidung wird nicht vor 2019 fallen. Trotzdem machen sich viele Menschen schon jetzt Sorgen um „ihren“ Biergarten. Dabei gehen die Bedenken in verschiedene Richtungen. Einige wenige glauben, dass der Biergarten erhalten bleibt und können ihn sich auch an anderer Stelle im Uferpark vorstellen.

Die Mehrheit jedoch will ihn da, wo er heute steht – gegenüber dem WYC-Yachthafen. Auch werden Renovierung oder Abriss und Neubau des Gebäudes diskutiert. Viele Nutzer sehen die Notwendigkeit, wollen aber verhindern, dass hier teuer saniert wird und entweder sich der Pächter anschließend die Pacht nicht mehr leisten kann oder der Biergarten zu einem Edel-Lokal entwickelt wird, in das die Häfler nicht mehr gehen wollen.

Sorge um den Verlust

Die Nutzerin „Sa Brina“ meint: „Der Lammgarten muss genauso bleiben, wie er ist. Denn alles andere wird nie mehr so gut besucht sein, weil der Lammgarten einfach einzigartig ist. Es gibt doch kaum noch was, wo man in FN hingehen kann. Und der Thomas samt seinen Angestellten macht das Geschäft einzigartig.“ Andere kritisieren, dass „alles Alte in Friedrichshafen“ weg komme und unpersönlich Neues geschaffen werde.

Auch die Kneipendebatte flammt wieder auf, die Rede ist von „Friedhofshafen“, dem Stadtbegriff, den die Band „110 Prozent“ geprägt und besungen hat. Darin geht es um das Verschwinden der Kneipen und die Umwandlung der Gastronomie in touristentaugliche Saisongeschäfte. Auch wenn der Lammgarten ebenfalls nur im Sommer geöffnet ist und somit auch ein Saisongeschäft ist, machen die Nutzer deutliche Unterschiede. Er sei eine gemütliche Kneipe, ein Biergarten zum Wohlfühlen und ein Stück Identität dieser Stadt, das einfach nicht verloren gehen dürfe.

Die beiden Nutzer „Silvia Hiß-Petrowitz“ und „Gaby Lamparsky“ weisen darauf hin, dass die Diskussion noch läuft und rufen zur Beteiligung an diesem Prozess auf. Hiß-Petrowitz ist Ratsfrau der ÖDP, Lamparsky ist Ratsfrau der FDP.

Einige Kommentatoren gehen auch vom schlimmsten Fall aus, malen die Zukunft schwarz und sagen, diese Stadt werde unpersönlich und vom Reissbrett aus umgebaut. Der Facebook-Nutzer „G.t. Maier“ meint: „Macht nur weiter so, dann gibt’s bald gar nix mehr, wo man hingehen kann. Warum macht ihr nicht gleich einen Zaun um die Uferpromenade?“ Stimmen wie diese werden jedoch auch wieder relativiert. So sagt „Ma Thias“: „Die Neugestaltung der Uferanlagen in Friedrichshafen ist eine öffentliche Angelegenheit. Alle Bürger haben die Möglichkeit mitzusprechen.“ Und „Monika Henzler“ schreibt: Bitte lasst den Lammgarten an dem Ort, wo er ist. Sicher, modernisieren sollte man ihn. Aber am selben Ort und Stelle! Lammgarten und der Spielplatz sind einzigartig. Die Eltern saßen im Lammgarten, und die Kinder spielen nebenan. Perfekter geht’s nicht. Sammelt lieber Gelder, um die beiden zu modernisieren.“

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