Das hat die Spießgesellen am See diese Woche geärgert

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Jedes Wochenende nehmen die „Spießgesellen“ in Friedrichshafen peinliche, kuriose oder unerträgliche Zustände in Friedrichshafe
Jedes Wochenende nehmen die „Spießgesellen“ in Friedrichshafen peinliche, kuriose oder unerträgliche Zustände in Friedrichshafen und am Bodensee aufs Korn. (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Jedes Wochenende nehmen die „Spießgesellen“ in Friedrichshafen peinliche, kuriose oder unerträgliche Zustände in Friedrichshafen und am Bodensee aufs Korn. Heute geht es um Kultur und Autofahrer, die verbotene Abkürzungen nehmen.

Der Sachstandsbericht zum Kulturentwicklungskonzept ist draußen. Und sofort laufen alle Beteiligten Sturm, um nur ja nicht das zu tun, was Bürgermeister Andreas Köster eigentlich mal beabsichtigt hatte: sich zusammensetzen und gemeinsam am Konzept arbeiten: Statt dessen soll es externe und deshalb neutrale Beratung richten. Unnötig. Kostet eine Menge, obwohl genug Fachkompetenz in der Stadt ist. Ferner können sich die, deren Zusammenarbeit bisweilen zu wünschen übrig ließ, erneut in ihre Schneckenhäuser verkriechen und die Arbeit anderen überlassen. Dabei liegt doch der Reiz dieses ganzen Kulturkonzepts darin, dass sich die Aktiven endlich mal zusammenfinden und etwas Gemeinsames auf die Beine stellen. Dass sie das können, davon sind die Spießgesellen überzeugt.

Dass SPD-Fraktionschef Dieter Stauber das Kulturkonzept nutzen will, um die Wirtschaftlichkeit der Veranstaltungsorte zu überprüfen und unter Umständen den ein oder anderen Laden schließen lassen will, können die Spießgesellen nicht nachvollziehen. Wenn allein Wirtschaftlichkeit über das Kulturangebot bestimmt, wenn nur noch Mainstream gewollt, kulturelle Experimente oder ungewohnte Formate und Projekte aber keinerlei Basis mehr finden, dann hat das Kulturentwicklungskonzept sein Ziel verfehlt. Noch aber haben die Spießgesellen die Hoffnung, dass Bürgermeister Köster und die Mehrheit des Gemeinderats das ursprüngliche Ziel dieses Konzeptes, also die Kooperation aller kulturellen Akteure und den Ausbau der Vielfalt der Angebote, weiterverfolgen werden.

Wer verbotenerweise über den Landwirtschaftsweg entlang der B 31-Baustelle fährt, gefährdet Radler und Fußgänger. Deshalb ist es okay, dass die Polizei hinguckt. Aber muss das wirklich sein, dass in der Baustelle geblitzt wird? Die Maßnahme nervt doch alle, die darunter leiden, auch ohne derlei staatlichen Zusatzverdienst schon kolossal.

Ein staufreies und sonniges Wochenende wünschen die Spießgesellen

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