Das erwartet die Besucher auf der Messe Interboot

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Segeln, Surfen, Stand-up-Paddeln: Wer gern auf dem Wasser unterwegs ist, sollte sich den 22. September im Kalender rot anstreichen. Denn dann beginnt die 57. Messe Interboot in Friedrichshafen. Marcus Fey und Martin Hennings haben sich von den Messemachern vorab zeigen lassen, was die Besucher erwartet.
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Segeln, Surfen, Stand-up-Paddling: Bei der 57. Interboot dreht sich alles um sportliche Betätigung auf dem Wasser. Eine Woche vor Beginn haben die Messemacher Journalisten auf die Höhepunkte eingestimmt. Diesmal gibt’s unter anderem Moto-Surfer.

„Die Interboot steht hervorragend da“, sagt Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen. Und nennt Zahlen: 474 Aussteller – 14 mehr als vergangenes Jahr – aus 20 Ländern, acht belegte Hallen, über 500 Boote auf dem Messegelände, über 100 im Interboothafen, der den Rest des Jahres Hinterer Hafen heißt. Damit sei die Veranstaltung die zweitgrößte Wassersportmesse in Deutschland nach der „Boot“ in Düsseldorf. Als erste Schau, die Produkte der Saison 2019 zeigt, sei die Interboot „ein Pflichttermin für ganz viele Wassersportler“, so Wellmann bei der Pressekonferenz.

Der Star ist erst 17 Jahre alt

Am ersten Wochenende der neuntägigen Messe werden besondere Gäste vorbeiflitzen: Fahrer der Weltcup-Serie der neuen Modesportart Moto-Surf. Mit 60 Stundenkilometern flitzen sie mit Brettern über die Wellen, die von Jetski-Motoren angetrieben werden. Der Star der Szene ist der 17-jährige Tscheche Lukáš Záhorský, der in diesem Jahr alle vier bisherigen Weltcup-Rennen gewonnen hat.

Er habe Spaß an Geschwindigkeit und Motoren, deshalb habe er mit zwölf mit dem Moto-Surfen begonnen. Was er kann, zeigt Záhorský bei praktischen Teil des Pressegesprächs den staunenden Journalisten, auch wenn er wegen eines Auspuffproblems nicht ganz 60 Sachen erreicht. Für die Vorführung auf dem See braucht der junge Tscheche übrigens eine Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes. Für den regulären Betrieb sind die motorisierten Bretter zumindest am schwäbischen Meer nicht zugelassen.

Wie gewohnt kann man auf der Interboot nicht nur gucken und kaufen, sondern auch selbst aktiv werden. So können Besucher auf dem Messesee Minisegler ausprobieren, in den Hallen locken eine stehende Welle für Surfer und ein Testbecken für Stand-up-Paddler. Im Interboothafen warten 100 Boote auf Testfahrer. Kurse, Regatten und Wettbewerbe ergänzen das Programm.

Trump-Zölle und Bavaria-Pleite

Übrigens wirkt die Handelspolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump bis in die Interboothallen. Weil im Zuge der Zollkonflikte zwischen den USA, China und Europa Strafzölle auf Boote und Bootsmotoren aus Amerika erhoben werden, mussten einige Händler und Hersteller ihr Messekonzept überdenken. Man werden in diesem Jahr weniger US-Produkte sehen, sagt Messechef Wellmann.

Für vorübergehende Aufregung im Team hat auch die Insolvenz der größten deutschen Werft Bavaria gesorgt, so Wellmann, für die immer noch ein Investor gesucht werde.

94 Weltpremieren wird es auf der Interboot zu sehen geben, eine davon dürfen die Besucher der Pressekonferenz schon am Freitag bestaunen: Ott 470 e, genannt „Otto“, ein elektrisch betriebenes Boot mit Solardach, 4,70 Meter lang, zwei Meter breit, 450 Kilogramm schwer. Entwickelt und gebaut worden ist „Otto“ am Bodensee, und zwar von der Ott Yacht GmbH aus Meersburg. Wer das zehn Stundenkilometer schnelle Bootfahren will, braucht keinen Führerschein, aber ein bisschen Geld. Auf der Interboot gibt’s „Otto“ für 19900 Euro.

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