Bürgerkarte: Förderung lebendiger Innenstädte

 Bei jedem Umsatz mit der Bürgerkarte wird ein Förderprojekt als Dankeschön für den lokalen Einkauf vom Händler unterstützt.
Bei jedem Umsatz mit der Bürgerkarte wird ein Förderprojekt als Dankeschön für den lokalen Einkauf vom Händler unterstützt. (Foto: Gemeinwohl-Ökonomie)
Schwäbische Zeitung

Die Bürgerkarte trifft den Nerv der Zeit: Das schreibt Miriam Montano von der Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben in einer entsprechenden Pressemitteilung. Das Prinzip der Bürgerkarte basiert der Gruppe zufolge auf dem fairen Miteinander von Wirtschaft und Gemeinwohl.

Die Bürgerkarte wurde vom Verein „BÜRGER-vermögen-VIEL“ ins Leben gerufen. Das Bürgerprojekt ist mehrfach ausgezeichnet und prämiert. Die Karte funktioniert anonym und erfordert keine persönlichen Daten. Das Nachhaltigkeitsnetzwerk „wirundjetzt“ hat die Bürgerkarte in der Region Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2017 als Träger aufgebaut. In der Region akzeptieren derzeit 32 Anbieter die Bürgerkarte und 76 Förderprojekte sind angemeldet. Durch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen und Einschnitte werden immer mehr Bürger, Förderprojekte und Unternehmen auf die Bürgerkarte aufmerksam.

Aus dieser Entwicklung heraus und da die Auswirkungen der Corona-Pandemie langfristiger Natur sind, hat die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg den Sonderfonds ein weiteres Mal aufgestockt, wie aus der Presseinformation hervorgeht. Damit erhalten Förderprojekte weiterhin das verdoppelte Guthaben bei lokalen Einkäufen mit der Bürgerkarte. Ein Rückblick auf die Erfolge der Bürgerkarte im vergangenen Jahr verdeutlicht ihre Relevanz und warum noch mehr Bürger mitmachen sollten, schreibt Miriam Montano.

Im Jahr 2020 ist bei der Bürgerkarte Bodensee-Oberschwaben – auch der Pandemie geschuldet – viel passiert. Durch die Corona-Beschränkungen sind vielen Vereinen und gemeinnützigen Projekten die Einnahmequellen weggebrochen, der Onlinehandel hat enorme Umsatzzuwächse verzeichnet, Einzelhändler bangen um ihre Existenz und zuvor lebendige Innenstädte drohen zu veröden.

Die Bürgerkarte ist laut der Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe ein einfaches Instrument, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Denn: Wer mit der Bürgerkarte lokal einkauft, stärkt nicht nur den lokalen Handel, sondern auch das bürgerschaftliche Engagement. Bei jedem Umsatz mit der Bürgerkarte wird ein Förderprojekt, das sich zuvor kostenlos auf der Plattform von „BÜRGER-vermögen-VIEL“ registriert hat, als Dankeschön für den lokalen Einkauf vom Händler unterstützt. Welches Projekt von den Bürgerkarten-Anbietern mit 1,8 Prozent des Einkaufswertes gefördert wird, entscheidet der Bürger oder die Bürgerin direkt beim Einkauf.

„Die Bürgerkarte fördert lebendige Innenstädte und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort ebenso wie das ehrenamtliche Engagement, das durch Vereine oder die Nachbarschaftshilfe gerade auch in der Corona-Krise breite Anerkennung gefunden hat. Alle Seiten profitieren von einem wachsenden lokalen Umsatz und regionalen Wirtschaftskreisläufen: Bürgerinnen und Bürger, Förderprojekte, Geschäfte, die Städte und die Region“, fasst Landrat Harald Sievers, Schirmherr der Bürgerkarte Bodensee-Oberschwaben, die Vorteile zusammen. Er hofft, dass sich noch mehr Menschen beteiligen, denn je häufiger die Bürgerkarte genutzt wird, desto größer sind die positiven Effekte für die Region. Um diese positiven Effekte zu verstärken, hat die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg während des ersten Lockdowns einen Sonderfonds für die Bürgerkarte eingerichtet. Seit dem 1. Mai verdoppelt dieser die Förderung von Vereinen und Bürgerinitiativen auf 3,6 Prozent des Einkaufswertes. Pünktlich zum Jahreswechsel waren laut der Pressemitteilung 100 Prozent der Mittel abgerufen. Konkret habe der Sonderfonds 122 000 Euro Umsatz bei lokalen und regionalen Unternehmen bewirkt, heißt es weiter. Daraus sind 4400 Euro Guthaben für die teilnehmenden Förderprojekte entstanden. Die Anzahl der Förderprojekte hat sich der Regionalgruppe in 2020 zufolge fast verdoppelt (von 41 auf 76 Förderprojekte). Es gibt zudem sieben neue Anbieter in der Region Bodensee-Oberschwaben, darunter das Schreibwaren-Geschäft Gut in Friedrichshafen, der Bioladen Greenbox in Friedrichshafen und der Kinder-Second-Hand-Laden Rosarot in Friedrichshafen-

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