Das Loch der Geschwister Noah und Theo wird begutachtet und gemessen.
Das Loch der Geschwister Noah und Theo wird begutachtet und gemessen. (Foto: Leona Remler)
Leona Remler

Löcher graben für den guten Zweck hat es am Wochenende geheißen und Schlamm, Lehm und Wasser hielten die Teilnehmer am Sonntag, 6. Oktober, beim zweiten Goldene-Schaufel-Contest nicht ab, sich in ihre Kostüme zu werfen und das große Buddeln zu beginnen. Beim Erntedankfest des Musikvereins Kluftern veranstaltete Initiator Sebastian Thoma einen Wettbewerb, der das Team kürte, das innerhalb von einer Stunde das tiefste Loch schaufelte.

Veranstaltungsort war eine Wiese in Kluftern, die ohne weiteres umgegraben werden durfte. Zehn Teams mit jeweils drei Mitgliedern meldeten sich an und durften gegen eine Startgebühr von 20 Euro die Schaufel in die Hand nehmen. Eingeladen waren alle Wettbewerbsfreudigen, aber auch Zuschauer und Wettbegeisterte. Auch wenn das Um-die-Wette-Graben wohl eher amüsant als ernst aussah, gab es einen Grund für die Veranstaltung: Jegliche Einnahmen an diesem Tag werden direkt und ohne Umwege an soziale Projekte in Dritte-Welt-Länder und in der Region gespendet. Begründer Thoma war sich noch nicht sicher, welche Organisationen in diesem Jahr unterstützt würden, denn die Kinderkrebshilfe oder ein Palliativprojekt seien in der engeren Auswahl. Eine Stunde Erde umherwalzen hört sich langwierig an, doch so empfanden die Gewinner des Contests nicht: „Die Zeit ging total schnell vorbei, das hätten wir im Vorfeld nicht gedacht. Aber angefühlt hat es sich wie ein Marathonlauf.“ Leonie Hacker und Valerie und Simon Bernhard hatten sich als Team „Die Spaten“ 1,80 Meter tief in die Erde gebuddelt und mit einem Zentimeter Vorsprung vor den Zweitplatzierten „Thierke Schaufler“ die wortwörtlich goldene Schaufel verdient. Ihren Gewinn erklärten sich die drei durch einen großen Stein, der zuerst ihren Weg versperrte, doch nach der Entfernung mehr Platz zum Graben schuf – quasi Glück im Unglück.

Im rosa Tutu graben

Christof Müller, Walter Hund und Otto Thoma werteten als Messrichter die Schaufelkünste aus und kamen zu dem Ergebnis, dass alle Teilnehmer im Gesamten 14,90 Meter tief gekommen seien. Das sei ein deutlich höherer Wert als im vorherigen Jahr, so der Organisator. Neben der Siegerehrung des Schaufel-Contests, wurde der Wettkönig bekannt gegeben, der am dichtesten an dem Gesamtwert dranlag, und so konnte sich auch Christof Müller über einen kleinen Gewinnbetrag freuen.

Als dritte Kategorie im Wettbewerb wurden die Kostüme der Teilnehmer begutachtet und darüber entschieden, welches Team den Kostümpreis verdiene. Das Ergebnis war schon vor Verkündung zu erahnen, und so haben die drei Mädchen Jasmin, Sarah und Nataly von der Musikkapelle Fischbach in einem rosa Tutu und bedrucktem Pulli einen Gutschein für einen Besuch im Häfler Sportbad bekommen.

Die jüngsten Teilnehmer an diesem Tag waren wohl Noah und Theo, die mit ihren drei und sieben Jahren einen umwerfenden vierten Platz mit 1,56 Meter erreichten. Der dreijährige Noah freute sich über das Buddeln: „Wir haben ganz tief gegraben.“ Das Resultat des Tages waren glückliche Teilnehmer und Zuschauer und eine mit Löchern versehene Fläche, die direkt nach der Siegerehrung wieder zugeschüttet wurden.

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