Auszubildende Zimmerer weihen die neue Brücke über die Brunnisach in Fischbach ein.
Auszubildende Zimmerer weihen die neue Brücke über die Brunnisach in Fischbach ein. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Die Auszubildenden der Klasse 1 der BFB-Zimmerer von der Claude Dornier Schule haben während der IBO eine Brücke gebaut. Die ist jetzt eingeweiht worden und ersetzt die alte, mittlerweile in die Jahre gekommene Brücke über die Brunnisach auf dem Gelände des Wassersportvereins Fischbach (WVF).

Das Projekt „Brücke zur Berufsreife“ war ein voller Erfolg, so Projektleiter und Berufschullehrer Michael Neubold. Als Lehrkraft ist es Neubold immer wichtig, mit seinen Auszubildenden so praxisnah wie möglich zu arbeiten und dabei etwas Sinnvolles und Nachhaltiges zu schaffen, statt ihnen an nutzlosen Modellen handwerkliche Fähigkeiten beizubringen. Die kleine Holzbrücke passte gerade so schön ins Konzept seines Zimmermann-Lehrplanes und so kam es zu dieser Zusammenarbeit.

Zur Einweihung der Brücke waren neben allen am Projekt beteiligten Zimmerer-Azubis, Oberbürgermeister Andreas Brand, der stellvertretende Schulleiter Daniel Grupp und zahlreiche WVF Mitglieder gekommen. Die neu gegründete „WVF Ukulele Gruppe“ eröffnete die Zeremonie mit einem auf das Ereignis abgestimmten „Brückenlied“ frei nach Karats „Über sieben Brücken musst du gehen“.

WVF Vorsitzender Oliver Haller gab seiner Freude über die neue Brücke Ausdruck und löste sein Versprechen, die Einweihung mit einem Grillfest zu verbinden, ein. Hoch erfreut und dankbar erwies sich auch OB Brand, der bei der Realisierung des Projektes sowohl den Verein als auch die Schule als Gewinner sah.

Sollte jemals der Uferweg West kommen, könne man sich vorstellen, auch auf diese Weise zu einer Brücke zu gelangen.

„Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Azubis. Wenn der Schulgong ertönt, können sie gar nicht schnell genug aus dem Klassenzimmer kommen; hier an der Brücke haben sie oft freiwillig länger gearbeitet, waren eifrig dabei, haben neue Ideen eingebracht und sind als Gruppe zusammengewachsen“, sagt Neubold. Ganz offensichtlich hätten sie nicht nur Fertigkeiten im Umgang mit Maschinen und Material, sondern auch Teamgeist, Leistungswille und ein bisschen Handwerkerstolz kennen gelernt. Die Brücke – das seien für sie nicht einfach nur ein paar Bretter, mit denen etwas Marodes saniert worden sei und auf denen man jetzt die ins Hafenbecken des WVF laufende Brunnisach überquere. Für die 19 Azubis um Berufsschullehrer Michael Neubold sind diese zusammengesetzten Balken und Streben der Einstieg ins Berufsleben, umgesetzte Ideale, der Beweis, was man mit eigener Hände Arbeit schaffen können und wozu ein Zimmermann gebraucht werde, so Michel Neubold.

Die Entstehung der Idee

Danach wurde der „Zimmermannsklatsch“ – ein gereimter Richtfestspruch – von einem Zimmermann und erfreulicherweise einer jungen Frau, die dieses Handwerk erlernt, vorgetragen und die Brücke offiziell eingeweiht.

In seiner Freizeit ist Neubold Segler und Mitglied im WVF. Auf dem Weg zu seinem Bootsliegeplatz war er seinerzeit auf die sanierungsbedürftige kleine Brücke aufmerksam geworden. „Seit einigen Jahren gibt es die ‚Aktion Schule und Verein‘, da bietet der Verein der Schule seine Kapazitäten an, stellt Trainer und Bootsmaterial zur Verfügung und ermöglicht es den Schülern, den Segelsport zu erlernen. Warum soll nicht eine Schule einmal einen Verein unterstützen?“

Mit dieser Idee stieß er überall auf offene Ohren, und sowohl Stefan Oesterle, der Direktor der Claude Dornier Berufsschule als auch Oliver Haller, der Vorsitzende des WVF, gaben grünes Licht für diese Kooperation. Entsprechend ihres „Praxiszyklus“ arbeiteten die Lehrlinge im Mai vier Tage auf dem Gelände des WVF, fügten lehrplanmäßig alle Teile wieder aneinander und lernten nebenbei auch noch, wie die Zusammenarbeit und Planung mit anderen Gewerben funktioniert.

Da musste noch ein Sockel gebaut werden, die 850 kg schweren Trägerbalken mit einem Kran richtig platziert, die Handläufe mit Kupferblech ummantelt und eine Beleuchtung montiert werden. Diese Koordination und Arbeiten übernahmen WVF Mitglieder. Beim „Dankeschön-Richtfest saß man noch lange beisammen und freute sich an dem gelungenen Gemeinschaftswerk.

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