Boladz ist sehr ruhig für einen Diagonalangreifer

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 Keine Angst vor Monsterblöcken: VfB-Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz setzt sich gegen die Dürener Spieler Romans Sauss (link
Keine Angst vor Monsterblöcken: VfB-Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz setzt sich gegen die Dürener Spieler Romans Sauss (links) und Tim Broshog durch. (Foto: Archiv: Günter Kram)

Der VfB Friedrichshafen spielt innerhalb einer Woche zweimal zu Hause gegen Düren. Am Donnerstag (19.10 Uhr, live auf Sport1, Bundesliga) und am 13. Dezember (18 Uhr) im DVV-Pokal.

Die ZF-Arena ist am Montag wieder fest in der Hand der VfB-Volleyballer. Die letzten Spuren des MTU-Cups für U15-Fußballer sind fast beseitigt. Auf dem Parkett hat Cheftrainer Vital Heynen seine Angreifer versammelt. Auf dem Programm steht der Aufschlag. Mittendrin ist der 24-jährige Bartlomiej Boladz, Diagonalangreifer des Vizemeisters. Seine Sprungaufschläge sitzen, auch wenn der eine oder andere etwas zu lang gerät oder vom Netz aufgehalten wird. Im Training haut der Pole drauf, als ob es kein Morgen gibt, im Spiel wählt er oft die Float-Variante.

Vielleicht liegt das daran, dass der in Gorzów Wielkopolski (deutsch: Landesberg an der Warthe) geborene 2,03 Meter große Angreifer eher ein ruhiger Typ ist. Er ist besonnen, aber auch ein offener Mensch, überlässt aber nichts dem Zufall. Aus der Haut geht Bartlomiej Boladz erst im Bus, wenn die Mannschaft nach einem Sieg feiert. Boladz spielt den DJ und sorgt für gute Laune.

Der 24-Jährige muss im Training gebremst werden

Im normalen Leben und auch im Training ist er ein harter Arbeiter. „Er will sich immer weiter verbessern und deshalb muss ich ihn oft nach Hause schicken, sonst würde er bis zum Umfallen trainieren“, sagt Vital Heynen. Er schätzt seinen Diagonalangreifer als Mensch und Volleyballer. „Ich kenne keinen im Team, der ihn nicht mag“, betont Heynen. Im Spiel wünscht sich der VfB-Trainer etwas mehr Konstanz. Aber ein 24-jähriger Volleyballer ist eben noch nicht fertig mit seiner Entwicklung.

Dabei hat er ein gutes Spielverständnis und einen harten Schlag und vor allem keine Angst, wenn ein Monsterblock ihm die Sicht auf das Spielfeld versperrt. Hier liegt aber auch das kleine Problem. Ein erfahrener Angreifer spielt mit den Händen der Gegenspieler, Boladz verheddert sich manchmal. „Das ist nichts anderes als mangelnde Erfahrung“, meint Heynen.

Solche Situationen kommen immer wieder vor. In manchen Spielen löst Boladz seine Aufgabe mit Bravour, in anderen sieht er sich das Geschehen dann von außen an. Atempause für einen ehrgeizigen Spieler. Mit Daniel Malescha hat er einen guten Kollegen, der dann der Mannschaft hilft.

Bartlomiej Boladz sieht sich nicht nur als Punktesammler, sondern fühlt sich wohler als Teamplayer. So ist nicht verwunderlich, wenn die Zuschauer den Diagonalangreifer in der Abwehr von Bällen erleben. „Ich sehe mich als Teil des Ganzen. Eigentlich ist es egal, wer die Punkte macht, Hauptsache wir gewinnen“, sagt Boladz. Und so spielt es für ihn auch keine Rolle, ob sein Name aufgerufen wird, wenn es darum geht, den besten Spieler zu küren. „Im Mannschaftssport ist ein starkes Individuum zwar wünschenswert, aber kein Garant für den Erfolg. Die Mischung im Team muss stimmen“, sagt er. Schließlich könne ein einzelner Spieler nicht annehmen, zuspielen und punkten zugleich.

Der Pole ist gerne Profi und will so lange wie möglich spielen. Dass er nach Karriereende etwas anderes machen muss, um Geld zu verdienen, weiß er. Während seiner Zeit bei Czemi Radom hat er ein Sportstudium abgeschlossen. „Ich kann als Lehrer oder Trainer arbeiten“, sagt er. Nun will er sein zweites Studium beenden: Psychologie. Ihm fehlt noch die Abschlussarbeit. „In Polen muss man mit 35 Jahren arbeiten, um Geld zu verdienen“, sagt Boladz mit seiner ruhigen Art. Doch diesmal schmunzelt er.

Der VfB Friedrichshafen spielt innerhalb einer Woche zweimal zu Hause gegen Düren. Am Donnerstag (19.10 Uhr, live auf Sport1, Bundesliga) und am 13. Dezember (18 Uhr) im DVV-Pokal.

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