Bodenseekreis will für bessere Bildungs-Chancen sorgen

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Landrat Lothar Wölfle und Christine Steiner von der Transferagentur Bayern bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung über die
Landrat Lothar Wölfle und Christine Steiner von der Transferagentur Bayern bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung über die künftige Zusammenarbeit. (Foto: Landratsamt)
Schwäbische Zeitung

Der Bodenseekreis hat es sich zum Ziel gemacht, zugewanderten Menschen möglichst gleichberechtigte Bildungs-Chancen zu eröffnen. Dazu soll ein kommunales Bildungs-Management-Konzept erarbeitet werden, in dem vorhandene Akteure und Angebote besser verbunden und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden sollen. Wie das Landratsamt in einem Schreiben mitteilt, will sich die Behörde dabei von der bayerischen Transferagentur für kommunales Bildungs-Management am Deutschen Jugendinstitut strategisch beraten und konzeptionell unterstützen lassen.

Eine Zielvereinbarung dafür haben Landrat Lothar Wölfle und Christine Steiner von der Transferagentur in Friedrichshafen bereits unterschrieben. Kern der Vereinbarung sei es, dass Landratsamt und Transferagentur gemeinsam ein datenbasiertes Bildungs-Management-Konzept erarbeiten wollen, hieißt es weiter. Darin soll der Bedarf, insbesondere der Zielgruppe der neuzugewanderten Menschen, systematisch erhoben und Vorschläge erarbeitet werden, die bestehende Angebote und Strukturen besser zugänglich machen können.

Begleitend sollen Bildungsmarketing sowie Bildungsmonitoring als Steuerungselemente entwickelt werden. Längerfristig sollen vor allem die schulischen und beruflichen Perspektiven von Kindern und Jugendlichen aus migrierten Familien spürbar verbessert werden.

„Der Zugang zu Bildung soll im Bodenseekreis allen Menschen so einfach wie möglich gemacht werden. Von gerechten Bildungschancen profitieren alle: Die Betreffenden haben die Chance auf ein wirtschaftlich selbstbestimmtes Leben, die Sozialkassen werden entlastet und die Wirtschaft gewinnt Fach- und Arbeitskräfte“, erklärt Landrat Lothar Wölfle in der Pressemitteilung. Am wichtigsten sei ihm aber, dass der Zugang zu Bildung auch gleichzeitig der Zugang zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist. „Nur so kann Integration gelingen und der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft erhalten werden“, so der Landrat weiter.

Die Transferagentur wird aus Mitteln der Transferinitiative Kommunales Bildungs-Management des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Ihre Beratungsleistung und konzeptionelle Arbeit ist deshalb für den Landkreis kostenfrei. Konkrete Maßnahmen und Projekte sind dann durch den Kreistag zu entscheiden.

Die Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis Bodensee gilt zunächst bis Ende des Jahres 2020. Bereits 23 weitere Kommunen in Baden-Württemberg nehmen die Leistungen der Agentur in Anspruch, um ein regionales Bildungsmanagement aufzubauen, in Bayern sind es 81, informiert das Landratsamt.

„Mit dem Ansatz eines kommunalen Bildungs-Managements können Landkreise und kreisfreie Städte den Rahmen schaffen, um sämtliche Angebote der zahlreichen Bildungsakteure zu steuern und bestmöglich aufeinander abzustimmen. Durch die kooperativen Strukturen, die diese Kommunen eingerichtet haben, können sie aktuelle Themen im Bildungsbereich schneller und zielgerichteter bearbeiten,“ unterstreicht Christine Steiner den Mehrwert eines kommunalen Bildungs-Managements.

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