„Wir bleiben in Kontakt“: Jochen Schnadt, kaufmännischer Leiter der Monarch Airlines (links), Brigitte Plemel, Marketingleiterin (Foto: Tanja Poimer)
Schwäbische Zeitung
stellv. Regionalleiterin

Speed-Dating auf dem Flughafen: An sieben Tischen wechselt im Halbstundentakt die Zusammensetzung. Der Zweck: Die Teilnehmer der Veranstaltung suchen einen Partner. Nur, dass sie nicht etwa auf Amors Pfaden wandeln, sondern daran interessiert sind, rein geschäftliche Beziehungen zu knüpfen.

Zum Hintergrund: Die britische Fluglinie Monarch fliegt von Dezember an vier Mal in der Woche von London Gatwick und zwei mal wöchentlich von Manchester nach Friedrichshafen. Für Ticketpreise, die bei 79 Euro anfangen, werden vor allem die Skifahrer unter den Briten an Bord kommen und vom Bodensee aus beispielsweise weiter ins österreichische Lech oder nach St. Moritz in der Schweiz reisen. Um die Strecken im Winter zu etablieren und für eine Fortsetzung der Linienflüge im Sommer zu werben, hat der Bodensee-Airport am Mittwoch zum „Monarch Power Partnership Day“ eingeladen.

Mit Erfolg: Etwa 35 Vertreter der Tourismusbranche – vom Dornier Museum über einzelne Hotels und die Bodensee-Schiffsbetriebe, bis hin zur Vorarlberg Tourismus GmbH – nutzten tagsüber die Gelegenheit, mit dem Sales- und Marketingteam der Monarch Airlines ins Gespräch zu kommen. Außerdem ließen sich am Abend die Mitarbeiter von ungefähr 40 Reisebüros auf den neusten Stand der deutsch-englischen Allianz bringen.

„Der Flughafen hat den Powertag perfekt organisiert“, sagt Jochen Schnadt, kaufmännischer Leiter der Monarch. „Ich habe das in dieser Dimension noch nie gesehen, meine Erwartungshaltung ist hoch.“ Und damit war das Vorstandsmitglied der Fluglinie mit seinem Lob noch nicht am Ende: Der Flughafen Friedrichshafen sei bei jedem Wetter anzufliegen und mit seinen kurzen Wegen und dem Zugang zum Verkehrsnetz einfach fantastisch, „und die Region spricht ohnehin für sich“.

Weshalb der gebürtige Österreicher hofft, den Airbus 320 mit 214 Sitzen über den Winter hinaus an den Bodensee schicken zu können. „Wir arbeiten daran, zumindest die London-Strecke weiter zu führen.“ Er ist sich sicher: „Wenn die Leute die Anbindung und Abfertigung in Friedrichshafen erlebt haben, wird das Produkt sehr populär.“

Im Sommer soll es weiter gehen

Jedoch auch umgekehrt könnte die Sache interessant werden: „Wer heute direkt nach Großbritannien fliegen will, muss nach Zürich oder München fahren“, gibt Jochen Schnadt zu bedenken. Und Christian Wulf, Marketing- und Vertriebsleiter des Bodensee-Airports, weiß: „Eine Umfrage hat ergeben, dass die Unternehmen großen Bedarf haben.“ Nicht zuletzt deshalb habe London auf der Zielwunschliste des Flughafens ganz oben gestanden. Die Konsequenz: Oberstes Ziel sei es, dass die Monarch auch im Sommer in Friedrichshafen landet. „Das wäre ein wirklicher Aufwind für uns“, ist Christian Wulf überzeugt.

Den wollen andere ebenfalls spüren: „Wir sind schon lange auf dem Markt in Großbritannien tätig und haben ein Interesse, dass die Strecken gut laufen“, sagt Brigitte Plemel, Marketingleiterin der Vorarlberg Tourismus GmbH. Sie hat sich mit Jochen Schnadt über die Monarch-Pläne unterhalten. Mehr sei in einer halben Stunde nicht zu machen, aber: „Wir bleiben in Kontakt.“

Als Kontaktaufnahme bewertet auch Christian Frey die Veranstaltung: „Der Grundstock ist geschaffen.“ Er sitzt mit seinem Shuttleservice am Bodensee-Airport, versorgt unter anderem Skiressorts in der Ostschweiz, im Allgäu und in Österreich und hat große Hoffnungen: „Ich bin ganz wild auf die Geschichte. Als die Ryan-Air den Flughafen verließ, habe ich 80 Prozent meines Umsatzes verloren.“ Sein Vorteil: Er konnte die potenzielle Geschäftsbeziehung noch vertiefen, als er die Monarch-Crew zum Flughafen nach München brachte. Noch steht die neue Verbindung ja nicht.

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