Schriftsteller Norbert Scheuer.
Schriftsteller Norbert Scheuer. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung

Der vielfach für seine Werke ausgezeichnete Schriftsteller Norbert Scheuer setzt am Montag, 10. Februar, um 20 Uhr die Reihe der Lesungen im Kiesel im k42 fort. Er liest dann aus seinem Roman „Winterbienen“, wie das Häfler Kulturbüro schreibt.

Bienen züchten, Frauen lieben, Bücher lesen und irgendwie am Leben bleiben. Das ist die Devise von Egidius Arimond, der Latein- und Geschichtslehrer war und aus dem Schuldienst entfernt worden ist. Es ist das Jahr 1944. Während die Front von Westen her immer näher an die Eifel rückt, gerät Egidius, der unter Epilepsie leidet, in höchste Gefahr. Nicht nur bringt er für Geld als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze nach Belgien, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. Während die Bomben der britischen und amerikanischen Flugzeuge auch auf die Eifel zu fallen beginnen, werden die Flüchtlingsfahrten immer riskanter und immer seltener. Arimond geht das Geld aus, und damit fehlen ihm die Medikamente, die er zum Überleben braucht. Die Krankheit veranlasst Egidius dazu, ein Tagebuch zu verfassen; in ihm hält er sein Leben gegen das Vergessen fest, das die nicht behandelte Epilepsie mit sich bringt. Er notiert: „Das Einzige, was bleibt, sind die Notizen. Sie halten mich am Leben, sind meine einzige Erinnerung. Ich spüre, wie ich mit jedem Anfall mehr und mehr vergesse“. Norbert Scheuers Roman „Winterbienen“ erhielt den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

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