An der Grundschule Ailingen wird eine neue gemeinsame Klasse für die Dritt- und Viertklässler aus Berg eingerichtet.
An der Grundschule Ailingen wird eine neue gemeinsame Klasse für die Dritt- und Viertklässler aus Berg eingerichtet. (Foto: sapotnik)
Schwäbische Zeitung

Eltern in Berg fühlen sich überrumpelt: Bei einem Elternabend haben sie erfahren, dass die Schüler der dritten und vierten Klasse ab den kommenden Schuljahr nicht mehr in Berg unterrichtet werden, sondern an der Grundschule Ailingen. Schulleiterin Sarah Fesca kann den Unmut nicht nachvollziehen. „Grundsätzlich verstehe ich immer, wenn Eltern sich sorgen. Aber in diesem Falle nicht“, sagt sie.

Derzeit werden rund 50 Kinder in Berg unterrichtet. Die Erst- und Zweitklässler sind in einer gemeinsamen Klasse sowie die Dritt- und Viertklässler und füllen so die beiden vorhandenen Klassenräume. Wenn der neue Jahrgang im Sommer dazu kommt, werden diese nicht mehr reichen, teilt die Stadt in einer Stellungnahme zur Schülerlenkung Berg und Ailingen mit. Um im kommenden Schuljahr alle Schüler der Klassenstufe eins und zwei aus Berg wohnortnah beschulen zu können, heißt es, müssen zwei jahrgangsübergreifende Klassen der Stufe eins und zwei eingerichtet werden. Damit ist das Schulhaus Berg voll belegt. Die Dritt- und Viertklässler müssen daher in Ailingen unterrichtet werden. Diese Regelung soll auch in Zukunft beibehalten werden. Die Entscheidung habe die Stadt als Schulträger gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt getroffen, das für die Bereitstellung von Lehrerstunden zuständig ist.

Abgezeichnet habe sie die Schülerlenkung bei den Vorbereitungen zur Schulanmeldung im Januar. Zu dieser Zeit werden in jedem Jahr die voraussichtlichen Schülerzahlen für einen Schulstandort durch die Einwohnermeldedaten und des Kooperationsverfahrens der Kindergärten mit den Grundschulen ermittelt. Die Notwendigkeit für eine Schülerlenkung in Berg und Ailingen sei, so die Stadt, in diesem Zusammenhang Anfang Februar 2018 zwischen Staatlichem Schulamt, Schulträger, geschäftsführendem Schulleiter und der betroffenen Schule besprochen und nach den Fasnetsferien von der Schule gegenüber den betroffenen Eltern kommuniziert worden.

Trotzdem sei die Einladung zu dem Elternabend an dem die Umstrukturierung bekannt gegebene wurde, überraschend gekommen. Dieser Meinung ist eine Mutter, die sich an die Schwäbische Zeitung gewandt hat und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Es sei alles ganz schnell gegangen an dem Abend. „Es wurde eine Folie aufgelegt und zack stand es dann fest“, sagt sie. Viele seien daraufhin direkt nach der Verkündung der Pläne von Grundschulleiterin Sarah Fesca gegangen. „Einige waren verärgert, dass kein Schulbus für die Strecke geplant ist“, sagt die Mutter. Sie fühlt sich schlecht informiert. „Viele Eltern arbeiten und andere haben kein Auto“, sagt sie. Auch für die Kinder sei der Wechsel nach der dritten Klasse nicht gut. „So etwas ist schwierig für die Kinder“, sagt sie – und besonders in der vierten Klasse seien die Leistungen der Grundschüler wichtig.

Die beste Lösung für alle

Schulleiterin Sarah Fesca kann den Unmut der Eltern nicht nachvollziehen. „Wir haben alles in Ruhe geklärt“, sagt sie. Sie ist davon überzeugt, dass diese Lösung die beste für alle sei. Außerdem sei diese Planung nicht neu für den Teilort. „Früher mussten die Schüler auch bis nach Ailingen fahren“, sagt Fesca. Bis zum Schuljahr 2010/2011 sind im Schulhaus Berg nur die Klassen eins und zwei unterrichtet worden. Bis zum kommenden Schuljahr seien, so die Stadt, aufgrund von mangelnden Schülerzahlen auch die Jahrgangsstufen drei und vier dort unterrichtet worden.

Fesca sei allerdings davon überrascht, dass sich die Eltern nicht mit Fragen an sie gewandt haben. „Keiner hat mich bisher angerufen und Nachfragen gestellt“, sagt sie. Auch die Fragen beim Elternabend seien mit acht bis neun überschaubar gewesen. Sie sieht auch für die Kinder kein Problem in der Umstrukturierung. „Für die Kinder ist das nicht dramatisch. Nach vier Wochen sind die im alten Modus“, sagt Fesca. Ihrer Meinung nach, ist es auch kein Problem, dass es keinen Schulbus geben wird, der die Kinder nach Ailingen bringt. „Bei einer so kurzen Strecke ist das nicht vorgesehen“, sagt sie. Die Strecke zwischen dem Bildungshaus Berg und der Grundschule Ailingen beträgt rund zwei Kilometer.

Ortsvorsteher Georg Schellinger kann den Unmut der Eltern aus Berg verstehen, trotzdem könne er die Entscheidung zur Schülerlenkung nachvollziehen und mittragen. „Unter den gegebenen Umständen und angesichts der zu erwartenden Schülerzahlen kann ich aber die Entscheidungen zur Schülerlenkung nachvollziehen und mittragen. Ich habe auch das vollste Vertrauen, dass die Bedenken der Eltern bei der Stundenplangestaltung und Klasseneinteilung bestmöglich berücksichtigt werden“, teilt Schellinger mit.

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