Die Outfits der Schützen erinnern an die alte Westernzeit.
Die Outfits der Schützen erinnern an die alte Westernzeit. (Foto: verein)
Michael Tschek

Bereits zum 3. Mal hat die Schützengesellschaft Friedrichshafen am Samstag auf ihrer Schießanlage im Heiseloch 8 ein Westernschießen – „Hot-Hole-Shooting“ – veranstaltet. Westernromantik ist dabei nicht nur beim Schießen mit originaltreuen, schussfähigen Nachbildungen von Colts und Unterhebelrepetiergewehren aufgekommen, sondern auch durch die historisch korrekte Kleidung aus der einst so legendären Westernzeit.

„Ein Colt in der Zeit zwischen 1880 und 1890 kostete damals fünf Dollar“, erzählt der zweite Vorsitzende der Häfler Schützengemeinschaft, Andy Traub, der unter seinen Westernfreuden den Beinamen „A.J. Buffalo“ trägt. Dass sei seinerzeit für einen Cowboy sehr viel gewesen, weil sein durchschnittliches Jahreseinkommen gerade mal 100 Dollar betragen hätte, ergänzt er. Traub ist stolz auf seine Holster für seine Colts, Kaliber 38, Patronengürtel und auf seinen Schaft für den Unterhebelrepetierer, der klassischen Winchester. „Das habe ich alles selbst gemacht in vielen Stunden, meist filigraner Kleinstarbeit“, meint er.

Wolfgang Vogts Gürtel und Holster weisen kunstvolle Verzierungen auf. Wolfgang „Wolfman“ Vogt, wie er bei der „Hot-Hole-Gang“ heißt, hat seine Utensilien über das Internet bei einem mexikanischen Ledermacher bestellt. Wolfgang ist als Oberschützenmeister Vorstand der mit zurzeit 178 Mitgliedern starken Schützengesellschaft Friedrichshafen und auch Vorsitzender der „Hot-Hole-Gang“. Der Name sei aus der Adresse des Schützenhauses entstanden, das im „Heiseloch“ steht, erklärt er. In den rund drei Jahren ihres Bestehens können die Westernschützen schon zahlreiche Erfolge aufweisen und gehören inzwischen, wie es Andy Traub ausdrückt, zu den „Top-Ten“ in Deutschland. Zehn aktive Schützinnen und Schützen und weitere zehn Anhänger der Westernzeit gehören inzwischen der „Hot-Hole-Gang“ an.

„Wir haben für uns eine Betätigung gefunden, bei der man vom Alltag abschalten kann“, sagt Vogt. Dabei stehe neben dem Schießen auch das Pflegen der Tradition der Westernzeit durch das Tragen von authentischer Kleidung im Mittelpunkt – also Westernromantik pur.

Um eine originalgetreue, schussfähige Nachbildung eines Colts, Unterrepetiergewehres oder einer Schrotflinte erwerben zu können, müsse man erst ein Jahr Mitglied sein, erklärt Traub. Dann erst könne über den Landesverband und letztendlich bei der Ordnungsbehörde ein Antrag gestellt werden. Alle dann waffenrechtlichen Bestimmungen wie Tragen, Transportieren und Aufbewahren der Waffen werde sowohl vom Verein als auch von der Behörde sehr genau überprüft, versichert er.

Sicherheit hat Priorität

Eigentlich fehlten am vergangenen Samstag vor dem Schützenhaus im Heiseloch nur noch die gesattelten Pferde, denn alles andere erinnerte an die gute alte Westernzeit. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich in traditioneller Westernkleidung unterschiedlichster Motive zum 3. Westernschießen angemeldet. Vier Wettbewerbe wurden vom Veranstalter angeboten und reichten vom Unterhebelrepetier, Kleinkaliber, 50 Meter, über Unterhebelrepetier, ab Kaliber 38 Special, 25 Meter, Langwaffe 100 Meter bis zur Königsdisziplin, dem Dreistellungswettbewerb mit Colt, Unterrepetiergewehr und „Coach-Gun“, einer doppelläufigen Schrotflinte, wobei sowohl Trefferanzahl und Zeit eine Rolle spielten. „Sicherheit hat bei uns oberste Priorität“, stellt Match-Director Vogt fest. Deshalb werden alle Waffen nach dem Schießen von einer Aufsicht überprüft, werden restliche Patronen aus den Kammern entfernt und es herrscht während der gesamten Wettkampfphase absolutes Alkoholverbot.

Gefeiert wird dann aber auch noch und bei Lagerfeuerromantik, vor allem vom Gastgeber, der bis auf die Disziplin „Unterhebelrepetiergewehr 38. Special“, der an Nils Peine von der Sportschützengemeinschaft Dornier geht, sämtliche übrigen Titel für sich einheimst.

Bei den Unterhebelrepetiergewehr KK gewinnt Andy Gregoric vor Gerhard Buri. Der Sieg in der 100 Meter Langwaffe geht an Ulrike Pfeffer gefolgt von Andy Traub. Den Dreistellungskampf Colt, Unterrepetiergewehr und Coach-Gun holt sich der Oberschützenmeister Wolfgang Vogt, sein stellvertretender Vorsitzender, Andy Vogt, wird Dritter.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen