Bei der Wahl wird die anstehende Bundestagswahl realistisch nachgebildet

Lesedauer: 5 Min
Michelle Lieber (15) gibt ihren Wahlschein ab, die Urne überwacht Sophie Zwick (18).
Michelle Lieber (15) gibt ihren Wahlschein ab, die Urne überwacht Sophie Zwick (18). (Foto: Lisa Schröder)
Schwäbische Zeitung
Lisa-Marie Schröder

Bei einer Wahlsimulation haben die Schüler des Karl-Maybach-Gymnasiums (KMG) bereits am Donnerstag ihre Stimmen für die anstehende Bundestagswahl abgegeben. Das Projekt „Juniorwahl“ gibt es an Schulen deutschlandweit und soll die Wahlverhältnisse möglichst realistisch abbilden.

Am KMG haben die achten bis zwölften Klassen an der Wahl teilgenommen. Die Idee erstmals mitzumachen, entstand im Gemeinschaftskunde-Unterricht und ist schon seit dem vergangenem Schuljahr in Planung. Ein sechsköpfiges Team aus Elft- und Zwölftklässlern hat die Aktion organisiert. Sophie Zwick (18) war als erster Wahlvorstand verantwortlich für die Umsetzung. Mit ihr waren Leona Remler (17), Benito Bruno (17), Anika Tomaszewski (17), Ji Ranran (17) und Clara Schubert (18) den ganzen Tag im Wahlraum. Sie gaben die Stimmzettel aus, überwachten deren korrekte Abgabe und überprüften die Teilnehmerlisten. 35 Wahlhelfer, die in jeder Klasse schon vorab die Schülerlisten ausfüllten, unterstützten sie dabei. „Die größte Aufgabe war es, wirklich alle 300 Schüler zur Wahl zu bewegen“, meinte Benito.

Bei den jungen und zukünftigen Wählern soll durch die Aktion Interesse für Politik geweckt werden. „Zum einen wird den Jugendlichen der Prozess der politischen Wahl nahegebracht. Zum anderen soll es natürlich auch eine Art Stimmungsbild sein, damit die Politiker sehen, wie die Schüler zur Zeit gestimmt sind“, erklärte Benito.

„Es darf jeder wählen, aber es ist kein Muss“, sagte Leona. Die Wahlbeteiligung sei trotzdem hoch. Auch um weniger korrekt ausgefüllte Wahlzettel machte sie sich keine Sorgen: „Es kann immer zu leicht verfälschten Ergebnissen kommen.“ Zur Aktion gehört zwar auch die Vorbereitung im Unterricht, aber „wenn der Bezug gar nicht da ist oder einfach kein Interesse besteht, ist es natürlich schwierig“, meinte Benito. Sophie sah darin kein größeres Problem: „Wenn man die Wahl beobachtet, gibt es auch mal zwei Minuten komplette Stille - da überlegen sich die meisten wirklich etwas.“

Im KMG sind nur wenige Schüler schon volljährig und dürfen bei der Bundestagswahl wirklich eine Stimme abgeben. Das sah der Zehntklässler Maximilian Böhmer (15) kritisch: „Ich finde es unnötig, das jetzt schon zu machen.“ Für ihn sei das Thema noch nicht so relevant. Wählen ging er dennoch. Sein Klassenkamerad Lennart Schuster (15) war kurz vor der Wahl noch unentschieden: „Bei der Zweitstimme bin ich mir noch nicht so sicher.“

Nachdem alle Stimmen bis zum Mittag eingesammelt waren, übernahm der Wahlvorstand die Auszählung. Die Ergebnisse müssen jedoch noch geheim bleiben und dürfen erst am Abend nach der echten Bundestagswahl veröffentlicht werden. Es wird dann zum einen die Zahlen des KMG geben, aber auch die Gesamthochrechnung von allen teilnehmenden Schulen. Über 3400 Schulen in Deutschland sind dieses Jahr bei der Juniorwahl dabei, das sind knapp eine Million Schüler. Benito ist zufrieden mit der regen Teilnahme: „Vielleicht schafft man es wirklich, den ein oder anderen dafür zur begeistern und später zur Wahl zu bewegen.“

Ein Video von der „Juniorwahl“ gibt es im Internet unter

www.schwäbische.de/kmgwahl

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen