Baubeginn für 98 neue Wohnungen

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Mit dem symbolischen ersten Spatenstich geben Vertreter der verschiedenen Projektpartner den Startschuss für das „Karree 4“.
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich geben Vertreter der verschiedenen Projektpartner den Startschuss für das „Karree 4“. (Foto: Jens Lindenmüller)

Neun Monate, nachdem der Gemeinderat das in Jettenhausen umstrittene Bauvorhaben abgesegnet hat, werden in den nächsten Tagen die Bauarbeiten für das „Karree 4“ des Markdorfer Bauträgers Real Massivhaus beginnen. Auf einer rund 8500 Quadratmeter großen ehemaligen Obstwiese am Hägleweg sollen bis Juni 2021 vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 98 Wohnungen entstehen.

Beim symbolischen Spatenstich am Dienstagvormittag stellte Stephan Fenchel, Geschäftsführer von Real Massivhaus, fest, dass es sich hier um ein besonderes Bauvorhaben handle. Denn Grundstücke dieser Größenordnung, die seit mehr als 40 Jahren Bauland und trotzdem bislang nicht bebaut worden sind, gebe es im Bodenseekreis so gut wie gar nicht mehr. Ähnlich äußerte sich Architekt Manuel Plösser, der in dem Projekt außerdem einen „größeren Baustein“ sieht, der „die Wohnungsnot in Friedrichshafen ein Stück weit lindern“ werde.

Von einem außerordentlichen Auftrag sprach angesichts des Volumens schließlich auch Alexander Stuchly, Geschäftsführer der I+R Wohnbau GmbH aus Vorarlberg. Als Generalunternehmer für das Projekt legte Stuchly Wert auf die Feststellung, dass man ausschließlich Handwerker aus einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometern beauftragen werde – sofern die Konjunkturlage es zulasse; sprich: sofern Handwerker innerhalb dieses Radius überhaupt freie Kapazitäten haben. „Wir wollen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt, egal ob wir in Dornbirn, Zürich oder Friedrichshafen bauen“, so Stuchly.

Verkauf hat bereits begonnen

Das „Karree 4“ umfasst vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 98 Wohnungen zwischen 54 und 140 Quadratmetern Größe, eine Tiefgarage mit 113 Stellplätzen und 23 oberirdische Stellplätze. Die Kaufpreise bewegen sich zwischen 4000 und 6000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Das Bauvolumen beträgt 48 000 Kubikmeter umbauten Raum, die Gesamtwohnfläche 7800 Quadratmeter. Die Projektkosten beziffert Real Massivhaus auf rund 36 Millionen Euro. Laut Stephan Fenchel ist „eine beträchtliche Zahl“ an Wohnungen bereits vergeben. Ende Juni 2021 sollen sie bezugsfertig sein.

Bevor der Gemeinderat dem Bauvorhaben im Dezember 2017 zustimmte, waren aus der Jettenhauser Bevölkerung eine ganze Reihe Einwendungen vorgebracht worden. Eine Interessengemeinschaft sammelte fast 600 Unterschriften – wobei sich diese nicht gegen eine Bebauung generell aussprach, sondern vor allem die Ausmaße kritisierte. Dass die im alten Bebauungsplan aus den 1970er-Jahren festgesetzte Obergrenze von etwas mehr als 50 Wohneinheiten nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht, sah man bei der Interessengemeinschaft durchaus genauso, allerdings hätten es deren Mitglieder begrüßt, wenn man sich auf einen aus ihrer Sicht verträglichen Kompromiss von maximal 80 Wohnungen hätte einigen können. Für die Mehrheit des Gemeinderats wogen die Argumente für eine Nachverdichtung in größerem Umfang letztendlich schwerer.

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