Bau des Karl-Olga-Parks soll im September starten

Lesedauer: 7 Min
Der Karl-Olga-Park soll in dieser Klinkeroptik gebaut werden.
Der Karl-Olga-Park soll in dieser Klinkeroptik gebaut werden. (Foto: Stadt Friedrichshafen)

Der endgültige Baubeschluss für den Karl-Olga-Park steht kurz bevor: Die Gemeinderäte entscheiden über das Projekt in Höhe von 31,3 Millionen Euro in ihrer Sitzung vor Weihnachten. Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Soziales gaben am vergangenen Mittwoch einstimmig ihr Einverständnis – obwohl sich die CDU-Fraktion bei der Entscheidung etwas überrumpelt fühlte.

Es steht nicht nur fest, wie der dreigeschossige Bau an der Löwentaler Straße mit seinen zwei Flügeln genutzt werden soll, sondern auch wie der Außenbereich aussehen soll. Die Pläne dafür präsentierten die Architekten Thillmann und Keinarth. Im Bereich der Kindertagesstätte sollen verschiedene Themenbereiche mit einer „Spielstraße“ entstehen. Diese Spielstraße soll entlang der Außenfassade des Kindergartens verlaufen. Die Jungen und Mädchen können sich aussuchen, ob sie draußen im Bereich „Bauen und Konstruieren“ spielen wollen, bei den Wasserspielen oder lieber den Bewegungsbereich nutzen möchten. Der Außenbereich soll für die kleineren Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind, optisch von dem Bereich der älteren getrennt werden. Im Atrium Ost wird ein Bereich mit Rundlauf für die Bewohner der Pflegeeinrichtung entstehen. Vor dem Müllhaus, das durch eine dichte Hecke versteckt werden soll, soll eine lange Sitzbank aufgestellt werden.

Vor dem Gebäude sollen 20 Stellplätze entstehen. Weitere Parkplätze gibt es in der Tiefgarage des Karl-Olga-Hauses. Am westlichen Grundstücksende wird ein Geh- und Radweg in Richtung Ehlersstraße gebaut. Als Provisorium gibt es am Nordeingang einen Gehweg in Richtung Parkanlage. Wie dieser Weg weiterhin verlaufen soll, steht noch nicht fest.

Klinker stehen fest

Die Architekten stellten auch vor, welche Bodenbeläge und welcher Klinker für das Gebäude geplant sind. Für die Kindergartengruppen ist PVC vorgesehen, der Eingangsbereich sowie die Toiletten sollen gefliest werden. In der Sitzung präsentierten die Architekten Klinkerriemchen, die sie an einer Wohnanlage in Oberschwaben entdeckt hatten, und die sie in Friedrichshafen nutzen möchten. „Wir haben damit ein Produkt von fast unbegrenzter Lebensdauer, das außerdem ökologisch und natürlich ist“, sagte Michael Thillmann, einer der planenden Architekten. Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage aufgestellt werden. Die Architekten rechnen dabei mit einer Anlagengröße von 130 Kilowatt peak.

Im Westflügel sollen die Kindergartenkinder untergebracht werden. Geplant sind sechs Gruppen, von denen bis zu 100 Jungen und Mädchen ganztags betreut werden. Für die Kinder wird ein Raum entstehen, in dem sie gemeinsam Mittagessen können sowie eine Küche. Außerdem sollen alle Gruppenräume mit einer zweiten Spielebene ausgestattet werden.

Mehr als 100 Dauerpflegeplätze

Unten im Ostflügel werden 15 Plätze für die Tagespflege eingerichtet. Von den Wohn- und Esszimmern wird es einen direkten Zugang auf die Terrasse und in den Garten geben. Dort werden auch die Büros für die Mitarbeiter entstehen sowie die Küche, Wäscherei und die Hausmeisterei. Weitere Räume für die Pflegeeinrichtung sind in den oberen beiden Geschossen vorgesehen. Insgesamt sind 105 Dauerpflegeplätze geplant sowie sieben Kurzzeitpflegeplätze. Darunter wird es nicht nur Einzelzimmer geben, sondern auch Zimmer mit einer Verbindungstür, die zum Beispiel von Ehepaaren bezogen werden können. Drei dieser Zimmer sollen zudem völlig barrierefrei ausgestattet werden.

Für das gesamte Projekt sind 31,1 Millionen Euro veranschlagt. Im Juli war noch die Rede von 31, 297 Millionen Euro. Damit liegt die jüngste Berechnung knapp 200 000 Euro unter der davor. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Projekt vom Land Baden-Württemberg und vom Bund bezuschusst wird. Dafür können noch keine genauen Zahlen genannt werden.

Mirjam Hornung (CDU) bemängelte, dass niemand aus dem Dezernat IV bei der Sitzung anwesend sei. Das Dezernat ist unter anderem zuständig für das Thema Bauen in der Stadt. Sie kritisierte den Zeitpunkt des Beschlusses und den Umfang der Sitzungsvorlage. „Wir haben bisher nicht einmal das Baurecht. Ich hätte bei einem Projekt von dieser Größe gerne etwas mehr erfahren“, sagte sie. Trotzdem lobte sie, dass das Projekt vorangehe.

Ladestationen werden geprüft

Angelika Drießen (Freie Wähler) regte an, zu überprüfen, ob eine Ladestation für E-Fahrräder und E-Autos an dem Gebäude angeschlossen werde könne. Diesen Punkt wollen die Planer prüfen. Bürgermeister Andreas Köster sagte, dass es sich bei den Punkten, die jetzt noch zur Sprache kommen, um Nischenbereiche handle. „Ich hätte gerne ein Startsignal für das Projekt“, sagte er vor dem einstimmigen Votum.

Stimmt der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag, 17. Januar, für das Projekt, soll das Baugesuch im Januar 2019 eingereicht werden. Baubeginn ist für September 2019 geplant. Fertig soll der Karl-Olga-Park im September 2021 sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen