Bartlomiej Boladz’ Serie entscheidet das erste Halbfinale für den VfB Friedrichshafen

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Es schien, als habe VfB-Libero Markus Steuerwald den Verlauf dieses Abends vorhergesehen. „Wir sind da, wenn es drauf ankommt“, sagte er kurz vor dem ersten Play-off-Halbfinale in der heimischen ZF-Arena gegen die SVG Lüneburg. Und tatsächlich war das Zurückkommen an diesem Mittwoch die entscheidende Stärke der Friedrichshafener Volleyballer. Die Stärke, im richtigen Moment alles aus sich herauszuholen, brachte den Friedrichshafenern den ersten Sieg in der Best-of-Five-Serie ein. Der VfB Friedrichshafen gewann mit 3:0 (25:22, 25:23, 25:11) gegen die SVG Lüneburg.

Das entscheidende Zurückkommen – die Serie, die das Spiel für Friedrichshafen entschied – begann im zweiten Satz beim Stand von 21:17 – für Lüneburg wohlgemerkt. Der VfB hatte in dieser Phase etwas nachgelassen, sein Spiel hatte nicht mehr die unbedingte Intensität des ersten Satzes, die Führung für Lüneburg war verdient. Dann, im Angesicht des Satzverlusts, schritt Bartlomiej Boladz zum Aufschlag. Sein Ball flog zuerst einen leichten Bogen, um dann urplötzlich wie ein Stein nach unten zu fallen – unhaltbar, würde man im Fußball wohl sagen. Und weil das so schön war, ließ der Pole seinem ersten Ass gleich das nächste folgen und verkürzte damit auf 19:21. Es war die entscheidende Szene in diesem Spiel. Denn danach spielte der VfB sich in einen Rausch. Boladz schlug auf, mangels eines etatmäßigen Zuspielers auf dem Parkett – Heynen hatte die riskante Variante gewählt und zwei Diagonalangreifer eingesetzt – stellten Libero Steuerwald, der kleine Außenangreifer Athanasios Protopsaltis oder sogar der 2,04-Meter-Riese Philipp Collin zu. Mit Erfolg: Den Häflern gelang ein unwiderstehliches Satz-Finish.

„Ich war böse auf Bartlomiej, weil er erst nicht so aufschlagen wollte. Dann hab’ ich gesagt: ,Hau endlich voll drauf.‘ Und das hat er gemacht. Er hat uns ganz alleine den Satz gewonnen. Er hat uns praktisch alleine das Spiel gewonnen – und vielleicht auch ein bisschen mehr“, sagte Heynen.

Auch der Gegner lobt

Dieses hatte auf hohem Niveau begonnen. Den beiden Mannschaften, die nach den beiden Ligabegegnungen und dem Pokalfinale im März bereits das vierte Mal aufeinandertrafen, war anzumerken, wie gut sie aufeinander eingespielt waren. „Wir kennen die Lüneburger gut“, hatte Steuerwald vor der Partie gesagt. „Aber die Lüneburger kennen eben auch uns.“

Folgerichtig ging die Führung in den ersten zwei Sätzen hin und her. Viele Bälle wechselten drei-, vier-, manchmal auch fünfmal die Seiten, bevor ein Punkt fiel. Dreimal griff David Sossenheimer beim Stand von 12:13 an. Doch sein Zuspieler verlor nicht das Vertrauen und leitete damit die Schlüsselszene des ersten Satzes ein. Beim vierten Angriff klappte es. Sossenheimer machte den Punkt. 25:22 endete der Satz.

Die Lüneburger gaben das Spiel spätestens nach Boladz’ Gala im zweiten Satz auf. Der dritte war dann nur noch eine Formalität. Er endete mit einem 25:11 – und mit Standing Ovations für Bartlomiej Boladz. Auf der Tribüne jubelte gemeinsam mit den 1375 Zuschauern auch ZF-Chef Wolf-Henning Scheider. Und auch Stefan Hübner, der Trainer der SVG Lüneburg, fand anerkennende Worte: „Eigentlich bin ich mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden. Leider hatte Boladz was dagegen, dass wir hier mehr mitnehmen.“

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