Mit einer Spielrunde, bei der sich sämtliche Teilnehmer der Jugendtheatertage vorstellen, ist das Festival eröffnet worden. Hier
Mit einer Spielrunde, bei der sich sämtliche Teilnehmer der Jugendtheatertage vorstellen, ist das Festival eröffnet worden. Hier die „gee whiz!“ aus Siegen. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Die Theatertage sind eröffnet! Zum Auftakt gibt es die Jugendtheatertage (JustSEE) die bis einschließlich Freitag, 12. April dauern. Direkt im Anschluss geht es am Freitag mit den Amateurtheatertagen weiter. Mit der Eröffnung haben sich die teilnehmenden Gruppen der JustSEE in einem kleinen Anspiel dem Publikum präsentiert. Acht Gruppen, darunter eine Schultheatergruppe und eine Jugendtheatergruppe aus Russland, nehmen am Festival teil. Die Theatertage finden zum 35. Mal statt und sind ein international anerkanntes Festival.

Mit dem „wir…hier“-Projekt, haben sie neben den Workshops für Schulen und für Erwachsene, ein weiteres Angebot entwickelt. „wir…hier“ ist ein interkulturelles und inklusives Projekt, das über ethische und konfessionelle Unterschiede hinweg eine Basis für den gegenseitigen Austausch bieten soll. Professionelle Theaterpädagogen, Schauspieler und Regisseure begleiten diese Prozesse.

Zur Auftaktveranstaltung zeigte sich die internationale Vorbereitungsklasse der Ludwig-Dürr-Schule. Gemeinsam haben sie an sieben Tagen mit Schauspieler und Regisseur Olek Witt an ihrer Eigenproduktion gearbeitet. Wie in den Jahren zuvor, legt Witt einen Schwerpunkt auf die Authentizität. Die Schüler haben sich dem Thema Angst gestellt, dem gegenüber der Mut steht und daraus ein „Mutmach“-Stück erarbeitet. Sie haben Ängste formuliert, Wünsche und Bedenken geäußert und sich gegenseitig aufgebaut. Im wahrsten Sinne des Wortes „gegenseitig Mut gemacht“. Darunter bewegende Geschichten, wie die eines Mädchens, das von ihrer Angst während der Flucht in einem viel zu kleinen Boot erzählt. Aber auch Bedürfnisse und Wünsche, wie viele junge Menschen sie haben: einmal einen Bungee-Sprung von einer Klippe wagen, einmal in der Öffentlichkeit singen oder tanzen oder einmal keine Angst vor der nächsten Mathearbeit haben. Die Darstellung trägt deutlich die Handschrift Witts, der mit minimalen Mitteln, stilistisch einfach gehalten mit dem Fokus auf den Aussagen der Jugendlichen.

Die Jugend- und Schultheater haben sich in einem kurzen Anspiel präsentiert und die Inhalte ihrer Produktionen wiedergegeben: Themen wie das Erwachsenwerden, Selbstbestimmung. „Gesellschafts-Probleme“ der Moderne und Themen aus der Vergangenheit, die die Zukunft immer noch berühren, stehen hier im Mittelpunkt. Theater darf und soll kritisch sein, soll Fragen aufwerfen und Diskussionen anregen. All das wird in den kommenden Tagen die Zuschauer erwarten.

Die Idee der JustSEE ist es, junge Menschen über kulturelle und sprachliche Barrieren hinweg auf eine gemeinsame Basis zu bringen. Theatrale Mittel und auch die Zirkus-Akademie, die jedes Jahr mit dabei ist, helfen, diese Idee zu verwirklichen.

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