Gleich acht Trompeten haben sie fürs Konzert mitgebracht: Florian Keller und Daniel Bucher, rechts Organist Patrick Brugger.
Gleich acht Trompeten haben sie fürs Konzert mitgebracht: Florian Keller und Daniel Bucher, rechts Organist Patrick Brugger. (Foto: Christel Voith)
Christel Voith

In der Region ist das Trio seit vier Jahren für seine festlichen Konzerte für zwei Trompeten und Orgel bekannt, jetzt haben die Bläser Florian Keller und Daniel Bucher mit Patrick Brugger an der Orgel am Sonntagabend in St. Johannes Baptist in Ailingen mit einem Konzert zu Pfingsten begeistert.

„Es ist ein ganz neues Programm“, sagt Patrick Brugger, eigens abgestimmt auf Pfingsten. Vivaldi habe sein Konzert für zwei Trompeten und Orgel C-Dur RV 537 wohl für ein hohes Kirchenfest wie Ostern oder Pfingsten komponiert, auch Sigfried Karg-Elerts Suite für zwei Trompeten und Orgel enthalte einen Pfingst-Choral. Brugger hat’s leicht, seine Instrumente, die renovierte historische Kiene-Orgel und die Truhenorgel vor dem Altarraum, stehen schon bereit, während die zwei Trompeter gleich acht Instrumente mitgebracht haben: Piccolos für den Barock, Flügelhörner für Telemanns Concerto und B- und C-Trompeten für Karg-Elerts eigene Tonsprache. Wer oben auf der Empore sitzt – ausnahmsweise und für ein ausgewogenes Klangerlebnis nicht zu empfehlen – erlebt das vertrauensvolle Zusammenwirken der drei Freunde, die sich seit ihrem Studium an der Stuttgarter Musikhochschule kennen.

Heute unterrichten Patrick Brugger und Daniel Bucher an Gymnasien in Tettnang und Kirchheim unter Teck, Florian Keller leitet die Musikschule Langenargen.

Strahlend ist der Einstieg des Trios mit Alessandro Scarlattis für ihre Besetzung bearbeiteter Toccata D-Dur. In lebhaften Allegros glänzen die Trompeten, während die Orgel im Solo des Andante ruhig pulsiert. Zur Sonata D-Dur von Giuseppe Jacchini, einem Zeitgenossen Scarlattis, kommt das Trio nach vorne zum Altarraum, in freudigem Tirilieren umspielen hier die Piccolo Trompeten die Truhenorgel, fein verziert ist das Orgelsolo im Mittelteil.

Lebensfreude pur

Lebhaft wogendes Miteinander und Lebensfreude pur verströmt Vivaldis Festkonzert, ein spannendes Spiel ist’s, wie Trompeten und Orgel als gleichwertige Partner einander verfolgen, loslassen und wieder sich vereinen. Mit zwei Stücken aus Théodore Dubois‘ „12 Pièces pour Grand Orgue“ umrahmt Brugger den Vivaldi: Wie ausgetauscht erscheint der Organist, als auf eine ruhige Meditation die eilig vorandrängende Toccata folgt. Froh und spielerisch zeigt sich die Orgel in Telemanns Concerto d-Moll für zwei Flügelhörner und Orgel. In sanftem, warmem Ton umspielen einander die Bläser, bis ein lebhaftes Vivace das Trio in freudigem Spiel vereint. „Das war Pfingsten“, sagt Peter Strecker begeistert, nachdem Brugger mit dem Finale aus Charles-Marie Widors Orgelsymphonie Nr. 6 in lebhaftem Pedalspiel den Boden erbeben ließ und mit Hochspannung zum furiosen Abschluss führte. Zum festlichen Finale hat das Trio vier Choral-Improvisationen von Karg-Elert zusammengefügt, die mit der barocken Tonsprache von „Lobet den Herrn“ den musikalischen Bogen schließen. Nach herzlichem Applaus erklingen noch einmal im Wechsel Flügelhörner und Trompeten in der innigen Zugabe „Näher, mein Gott, zu dir“.

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