Zum Abend-Event im Rahmen des MTU-Rail-Symposiums reisten die Teilnehmer stilecht im eigens organisierten MTU-Sonderzug von Frie
Zum Abend-Event im Rahmen des MTU-Rail-Symposiums reisten die Teilnehmer stilecht im eigens organisierten MTU-Sonderzug von Friedrichshafen nach Uhldingen-Mühlhofen. (Foto: Rolls-Royce Power Systems)
Schwäbische Zeitung

Beim MTU Rail-Symposium im Graf-Zeppelin-Haus hat Rolls-Royce laut Pressemitteilung gemeinsam mit 120 Kunden und Partnern aus der Bahnindustrie einen Blick in die Zukunft geworfen. Bei dem Event lag der Schwerpunkt der Vorträge und Diskussionen auf umweltfreundlichen Antriebslösungen, künstlicher Intelligenz und den neusten Technologien für die Zukunft von Schienenfahrzeugen. Rolls-Royce nutze das Rail-Symposium alle zwei Jahre, um seine Partner über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens zu informieren und sich mit ihnen über Trends und Wünsche auszutauschen.

Den Impulsvortrag hielt Zukunftsforscher Lars Thomsen. Laut Thomsen stehen wir unmittelbar vor der nächsten Phase der Digitalisierung, dem „Ende der Dummheit“ dank künstlicher Intelligenz: „Systeme lernen schon heute, wie wir Menschen funktionieren. Digitale Assistenten werden uns bald einen Großteil der zeitraubenden Routine-Aufgaben abnehmen.“

Künstliche Intelligenz soll auch Umwelt und Ressourcen schonen. Wie weit Rolls-Royce auf diesem Weg ist, wurde in mehreren Vorträgen von Power-Systems-Experten deutlich, in denen unter anderem der Wandel zum Anbieter integrierter Lösungen, die digitale Vernetzung der Antriebssysteme und die damit verbundenen neuen Serviceangebote thematisiert wurden. Ein „digitaler Zwilling“ gibt Rolls-Royce beispielsweise jederzeit Informationen über den Zustand individueller MTU-Antriebssysteme.

Tim Böltken, CTO des Startups Ineratec, präsentierte, wie man aktuelle Verbrennungsmotoren klimaneutral betreiben kann: Sein Unternehmen stellt aus Wasserstoff und CO unter Einsatz von Strom aus regenerativen Quellen synthetischen Dieselkraftstoff her. Dieser kann schon heute in allen aktuellen MTU-Motoren verwendet werden. „Verbrennungsmotoren sind nicht das Problem für die Klimabilanz“, sagte Böltken, „wichtig ist, dass der Kraftstoff nachhaltig und CO2-neutral produziert wird.“ Helen Simpson, Innovation and Projects Director beim Rolls-Royce-Kunden Porterbrook stellte die grünen Projekte des Bahn-Leasingunternehmens in Großbritannien vor: Ab 2020 wird Porterbrook erstmals Züge mit MTU-Hybrid-Antrieb einsetzen. Dass auch die Neu-Motorisierung von vorhandenen Lokomotiven einen wichtigen Beitrag zum Erreichen von Klimazielen leisten kann, machte Jürgen Blassmann, Leiter des MTU-Bahngeschäfts, deutlich: „Durch den Einbau neuer MTU-Antriebssysteme können alte Fahrzeuge an der neuen Welt teilnehmen – sie sind dann nicht nur viel sauberer, sondern auch digital vernetzt, was unseren Kunden Zukunftssicherheit bietet.“ Zum Programm des Rail Symposiums gehörten in diesem Jahr erstmals auch eine Innovation-Tour im Werk 1. Viele Teilnehmer nutzten die Chance, sich vor Ort über MTU Hybrid-PowerPack, MTU-Microgrid und Power-to-Liquid-Technologie zu informieren.

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